Unwegsprengbares Deutsch

Wir müssen unsere deutsche Sprache rejustieren.

Das meine ich nicht in dem Sinne, dass wir einfach – nungut, wäre für die meisten doch nicht so einfach – zurück in unsere Klassik sollten, aber eben doch immerhin teilweise dahin.

Wir führen, daran gemessen, heute nicht nur eine ausdrucksschwache, sondern eben vor allem auch gefühlsarme Sprache.

Es fehlt am Duktus, an langen, weit geschwungenen Sätzen, dabei genauen, die einen an jenem See, von dem die Rede, auf jenem Berge, selber sitzen machen.

Machen wir uns nichts vor: Spätestens seit Kafka, vielleicht noch Kästner, ist, mit einer Ausnahme vielleicht, Essig mit unserer Sprache. (Über andere will und werde ich hier jetzt nicht urteilen.)

Schon am Gymnasium, wenn man es denn dahin geschafft, wird einem beigebracht, einen engsächsischen Abhackstil zu pflegen, in diesem Sinne für den Leser zu schreiben, als einem schon in Form des Lehrers allgegenwärtigen Idioten, dem man verbal zu dienen, ihn nicht zu überfordern habe, mundgerechte Stücklein zu verteilen, an den stets zu denken sei, anstatt der Sache, die man sich richtig mitzuteilen anschickte.

Ich trete dem gnadenlos entgegen: und wenn es das Letzte sein sollte, was ich tue.

Meinen Kleist und meinen Nietzsche nimmt mir nimmermehr keiner dieser Haltlosen weg.

Und damit auch nicht mir mich selbst.

Denn, es mögen gerade idiotische englische Weihnachtslieder hintdran im Radio plärren: Ich weiß inzwischen, worum es geht.

Es geht um die Königin.

Jene, der ich alles zu geben bereit bin.

Ja, lachma, Du Blödmann aus…, der meint, mich mittels seiner Netztechnik nerven zu können, mir aber nichtmal ein müdes noch waches Lächeln abzunötigen in der Lage.

Solche wie Du verstehen sowieso nicht einen meiner Texte.

Du musst allein schon von daher einer der Endblöden sein, dass Du nicht damit aufhörst, anstatt hinzuhorchen.

Aber, was solls, Du Wicht, damit ist Dir genug Tastaturspucke gewidmet.

Wir kömmen zurück.

Dawider habt Ihr nichts.

Und wenn Ihr die ganze Welt in die Luft sprengt.

Dann seid Ihr weg, aber nicht unsere Worte und Gedanken.

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2 Antworten zu “Unwegsprengbares Deutsch”

  1. Zorn sagt:

    Wie sie doch wissen ist alles gesteuert. Die Schönheit und Ausdrucksstärke der deutschen Sprache wird natürlich durch die Politik verwässert und verödet, damit die Blöden auch etwas verstehen. Keine Schachtelsätze, am Besten nur Prellaute. Anglizismen wo hin man hört, doch versucht man mit diesen Vollpfosten Englisch zu sprechen tun sich tiefe Gräben der Hirnlosigkeit auf.
    Aber wie gesagt, alles gesteuert. In 100Jahren wird Deutsch warscheinlich zu einem Dialekt verkommen sein.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Zorn

    Wie Sie es sagen.

    Zumal, dass diese “Vollpfosten” meist gar nicht richtig Englisch können.

    Die Anglizismerei ist gerade bei jenen verbreitet, die in jenem Idiom nicht einmal “der Hund scheißt” ordentlich auszudrücken wissen.

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