Synonyme: ein Wissenschaftsmärchen

Ich will hier kein langatmiges sprachwissenschaftliches Seminar aufziehen (andere hätten eine Habilitationsschrift daraus gemacht; oder machen lassen; ich pflege mich knapper zu halten), weiß noch nicht einmal mehr, wann, ob, oder wo ich es schon zuvor hier erwähnt habe (aber als Lehrer um die wichtige Funktion der Redundanz), doch sonnenklar, dass es gar keine Synonyme gibt.

Zwei Wörter können sich schlichtemang nicht sowohl in ihrer Denotation als auch Konnotation decken.

Wenn es zwei Wörter sind, dann klingen sie anders und wirken allein schon dadurch verschieden, sind also eben nicht “synonym”.

Es gibt nur Teilsynonyme: Das ist unzweifelhaft.

Also Wörter mit ähnlicher Bedeutung, aber nie solche, wie es auch im Ficki steht, mit deren gleicher.

Merkwürdigerweise scheine ich der einzige – zumindest mir bekannte – Linguist zu sein, der diese unbestreitbare, offenkundige Tatsache auch lehrt. (Ich habe mir jetzt nicht die Finger danach abgegoogelt, wo es vielleicht noch einen gibt. Man möge mir von jenem Kollegen Kunde einstellen.)

Manchmal wundere ich mich schon, was für ein elementarer Blödsinn sich in den Wissenschaften dauerhaft einnistet und hält. (Über die Gründe hierfür ein andermal. Da wird es dann allerschwerst verschwörungtheoretisch.)

Aber man glaubt ja auch noch, wohl weil Einstein so schön die Zunge rausstrecken konnte, an die Lichtgeschwindigkeit.

Damit bleibt alles schön in ranziger Yakbutter.

Die schmeckt dem Lama.

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