Erzblödsinn: Wahrheit in Bildern

Gestern Abend, nachdem wir nicht wenige Käse in unsere Schlünder verbracht hatten, dazu Biers und Weins genung, fiel meinem alten Freunde und mir ein Kurzfilmprojekt ebenso epischer Dimension wie modernen Bezuges ein, zu dem zwar auch noch das fertige Drehbuch fehlt, aber zumal der fähige Kameramann.

Wer also was von Formaten, Blickwinkeln, Sequenzeinstellung, Licht, Schwarzweiß, Farbe, Schatten, Schrägführung, von Stummfilm insgesamt, der musikalischen und Untertitelungsmontage, meint zu verstehen (kompetente Tontechniker kann ich wahrscheinlich schon vorhalten), eine Legende miterschaffen will, der ist hiermit aufgerufen, sich bei mir zu melden.

Auch ist die zwingend notwendige Dulcinea noch nicht ausgemacht, am besten eine begabte Laiin, die, ohne dafür Sexszenen spielen zu müssen, nichts dagegen hat, über Nacht weltbekannt zu werden.

Sie muss, wie gesagt, noch nicht einmal sprechen, aber doch dahingehend mutig und willig sein, an einem Projekt teilzunehmen, das die Millionen, derer ich keine habe, nicht gleich auf die Hand bringen wird, sondern erst infolge der dann daraus entstandenen Berühmtheit.

Als Anforderungsprofil muss ich, um keinerlei Illusionen aufkommen zu lassen, gleich auch noch anfügen, dass von ihr ein gewisser Mut zur Politischen Unkorrektheit gefordert ist, eine liberale Form der Schamhaftigkeit, ein Hauch, wenigstens gespielten, Konservatismus’, etwas Anmut in der Bewegung, einige wenige halbkokette Augenaufschläge.

Dass diese Produktion völlig abgedreht sein wird, versteht sich von selbst.

Sonst fasste ich sie ja nicht ins Auge.

Da wird sich nicht mit Kleinigkeiten aufgehalten.

Da geht es ums Elementare.

Und natürlich um einen der härtesten Erzblödsinne unserer Zeit.

Ich werde daher die männliche Hauptrolle spielen.

Absurder und lächerlicher wird man vorher so leicht keinen gesehen haben.

Deshalb muss ich selber ran. (Sichdrücken gilt hier nicht.)

In gewisser Weise wird es wohl eine Art filmische Novelle werden.

Also eine Geschichte mit klarer Handlungsstrangführung, überraschender Wendung und relativ eindeutigem Ausgang.

Jetzt verrate ich aber nichts mehr, denn sonst wäre die Sache ja schon halb erzählt, bevor sie zu sehen ist.

(Ein paar Komparsen, die bereit sind, sich nicht schlecht zu Idioten zu machen, werden auch noch gesucht.)

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