Heidenweihnachtsgnade

Ich denke, dass wir Deutschen Weihnachten gewissermaßen in den Genen haben.

Bei dem Fest feiern wir sogar mit Christen rund um unseren Jera- und Aiwaz-Baum und sind nur noch Vergebung, nehmen ihnen nicht übel, dass sie nicht recht wissen, was sie da tun, taten, indem sie die Jesusgeschichte, einen Hebräer, auf unser Urfest aufpropften, mit massenhaft brachialer Gewalt und Mord und viel symbolischer Entstellung.

Kaum ein Christ weiß nämlich wirklich um den Baum, um die Herkunft der weißen Tupfen auf dem roten Umhang des Nikolauses, darum, dass wir seit je die Wiedergeburt des Lichtes begehen, schon lange, bevor jener Hebräer Jesus jenes der Welt erblickte.

Wir haben den sogenannten Sohn Gottes sozusagen gnädig adoptiert.

Und wir dulden es sogar, dass er zum Frühjahrsfruchtbarkeitsfest, jedes Jahr, unserem lunisolaren Kalender gemäß, an einem anderen Vollmondfreitagsdatum nach der Tagundnachtgleiche, vorgeblich gestorben sein solle, feiern einfach, ob solch blöden Unfugs zwar manchmal ein wenig kopfschüttelnd, mit. Letztlich ist es ja doch unser Fest.

Mit unseren Ostara-Eiern, den Ostara-Hasen, im Reigen mit unseren christlichen Freunden, die wir ob ihres merkwürdigen Synkretismus’ gelegentlich mit ein wenig Mitleiden betrachten mögen, aber doch lieben und schätzen dafür, dass sie uns heute nicht mehr umbringen, nur noch an den Schulen die Kinder belügen, oder in Unkenntnis halten, eher noch in Religion und Ethik Allah als Edelgott besprechen, denn Kunde unseres eigentlichen Erbes mitzugeben.

Wir wissen, dass sie das bisher einfach nicht fertigbringen.

Es wäre doch noch allzuviel für sie, was sie sich eingestehen müssten.

Vor den Kindern eingestehen müssten.

Lasset uns ihnen daher auch an diesem Julfeste nur Segen spenden und Heil wünschen.

Gnade ist nie eigentlich verdient, denn sonst hieße sie nicht so.

Gnade ist die großzügige Gabe des Wissenden an den gefehlt Habenden.

Nur das gemeinsame Beten, das sollten wir uns selbst vor unserem Baume tunlichst sparen.

Und wir dürfen nicht vergessen, ihnen entgegenzutreten, wo immer sie unsere Kinder noch heute, bewusst oder unbewusst, systematisch oder bloß individuell, ihrem Glauben gemäß, quälen.

Ihre Lügen sind noch nicht aus der Welt.

An Weihnachten aber lassen wir sie ruhen.

Nachtrag

Meine Kinder bereiten gerade Wichtelgeschenke für die Schule vor. Wollen wir mal hoffen, dass Jahwe angesichts dieser nordisch-germanischen lieben heimlichen Männlein keine neuerliche Sinnkrise kriegt, die ihn wieder zum habituellen Aufruf zum Mordbrennen veranlasst.

— Anzeigen —


Tags: , , ,

7 Antworten zu “Heidenweihnachtsgnade”

  1. Lesezeichen sagt:

    Ach Magnus, natürlich wissen Christen das.

    Spätestens nach dem großen Aufklärer Jürgen Becker Teil 1- 6 oder 7 :)

    http://www.youtube.com/watch?v=DbF3jyeBFUQ

    Und stell dir vor, ich kann sogar im Bus für mich beten – und das nicht nur, weil ggf. der Fahrer halsbrecherisch fährt.

    Wir wissen auch, dass Christus nicht am 24. Dezember geboren wurde, darum geht es auch letztlich nicht. Manchmal hast du schon eine abenteuerliche Vorstellung vom Glauben anderer.

    Wenn du übrigens ein sehr schönes Gespräch diesbezüglich sehen möchtest, dann sieh dir mal in der ZDF Mediathek das letzte Nachtstudio an. Unter dem Motto “Erklär mir die Welt” wird ein sehr interessantes Gespräch mit Eugen Drewermann geführt, der sehr schön erläutert, wie man gläubiger Christ sein kann, ohne einer Kirche anzugehören. Vor vielen Jahren ist er aus der rk Kirche ausgetreten.

    Herzlichst

    das Lesezeichen

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Natürlich wissen viele Christen das: aber sie wollen es nicht wahrhaben.

    (Morgen räume ich meinen E-Briefkasten auf und schaue nach Deiner Übersendung.)

  3. Rainer Grzybowski sagt:

    @ Magnus

    “…jener Hebräer Jesus…”

    Klar erkannt!

    Dass jener Jesus mittelländischer und nicht asischer Abkunft war, wie machne noch heute meinen, glauben zu müssen, erhellt schon anhand der zahllosen Abbildungen, die wir von ihm kennen:

    Der grazile Schwung seiner Nase, die sinnliche Wülstung seiner Lippen, seine geheimnisvollen schwarzen Augen, sein adrettes Kraushaar.

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Rainer Grzybowski

    Es ist mir im Grunde egal, woher und wohin die Legenden diesen Jesus verorten.

    Es heißt unisono, er habe den “Alten Bund” mit jenem Jahwe, einem ausgewiesenen Scheusal, erneuern wollen.

    Da liegt für mich der Punktus Knacktus, über den – zumindest hierzulande, in Amiland mag das anders sein – so gut wie kein Christ reden will.

    Mehr als Gelalle habe ich dazu jedenfalls noch nie vernommen.

    Man möge hier gerne beweisen, dass es auch anders geht.

    Die Zeit dafür wäre nicht schlecht.

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Rainer Grzybowski

    Ich mache einen separaten Eintrag daraus.

    Ich erwarte keinen Kniefall von den Christen für die früher und heute noch in ihrem Namen und von ihnen zumal an unseren Kindern – das habe ich mehrfach erlebt – begangenen Grausamkeiten.

    Ich hielte es aber nicht nur, sondern halte es für angebracht, dass sie sich uns gegenüber endlich mal anständig benähmen.

    Das wäre, wenn man deren Kerbholz betrachtet, das Allermindeste.

    Solange sie das nicht annehmen mögen, müssen sie lesen, was ich ihnen dazu schreibe.

    Es sind letzlich selber abrahamitisch irregeführte Kinder.

    Nur deshalb kann ich ihnen trotz ihrer Grausheit so gnädig sein.

    Gezogene, bislang Ungezogene, nicht selten Böse, Kinderseelenschänder.

    Nur aber, da sie oft, gar meistenteils, nicht wissen, welch Unheil sie weshalb tun, kann ich sie nicht gänzlich schonen.

    Mögen sie ihren Jesus behalten.

    Aber bitte mit wenigstens etwas Anstand.

    Und unter Unterlassung aller weiteren haltlosen Dreistigkeiten, bekannten Brutalitäten und frechen Nebenstimmen.

    Eine Vorstellung von Dankbarkeit, dass wir sie nach allem immer noch dulden, läge, trotz eines derart unterentwickeltem Verständnisses, zuerst an.

    Wenigstens ein Ansatz davon.

    Wir sind großzügig.

    Ein Wesenszug, den man auf der anderen Seite lange, bis heute, vergeblich gesucht hat.

    Aber selbst unsere Geduld, zweitausend Jahre strapaziert, muss zum deutlichen Ende kommen.

    Unser Julfest ist älter als jener Hebräer.

  6. Mazupilami sagt:

    Das ist doch Quatsch, nie tat mir ein Christ unrecht … man sollte sich lieber an der eigenen Nase ziehen, was hat man mit den Christen nicht auch schon alles gemacht? Wir leben im hier und jetzt und ich möchte genausowenig für die verbrechen von Nazideutschland angeklagt werden, wie die Christen für Ihre Verbrechen in der Vergangenheit. Überall gibt es Schwarze Schafe in der Welt, aber ich für meinen Teil würde lieber mit einem gläubigen Christen Frühstücken als mit Ackermann oder Merkel.

    Aber selbst unsere Geduld, zweitausend Jahre strapaziert, muss zum deutlichen Ende kommen.

    —> Was soll diese Hasstriade? Predigst Wasser und trinkst du Wein?

  7. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Mazupilami

    Das ist keine Hasstirade.

    Du hast anscheinend einfach keine Ahnung, was man von christlicher Seite her teils noch heute mit christlichen und zumal nichtchristlichen Kindern macht.

    Immerhin aber – Deine Nazis kannst Du Dir deshalb sparen – gibt es inzwischen, was das Christentum anlangt, eine einigermaßen weitreichende Meinungsäußerungsfreiheit.

    Das ist natürlich Pech für die Christen, denn auch bezüglich Judentum und Islam ist die weitaus eingeschränkter.

    Und auf Nichtabrahamiten kann man bis zum heutigen Tage verbal herumtreten, bis einem die Füße abfallen.

    Aber das macht uns nichts.

    Wir sind abgehärtet und verstehen sowieso mehr vom Lachen.

    Frohe Weihnachten!

    (“Nie tat mir ein Christ unrecht” – wo lebst Du?)

Eine Antwort hinterlassen