Die “motherfucker” knallen sich reihweis ab

Gerade habe ich mir zur philosophischen Entspannung mal ein paar amerikanische Gangsterfilme im Original angeschaut.

Mit allen Sorten Gesocks, Drogenhändlern und Mordbuben an jeder Staßenecke.

Ich verspürte einfach Lust dazu, mir diese Endzeitdekadenz mal reinzuziehen, und: Selbst das hat ja einen gewissen philologischen Erkenntniswert.

Der da lautet, dass “motherfucker” noch weit vor “nigger” (einem Wort, das ich nicht in den Mund nehmen dürfte, ohne recht wahrscheinlich, wenn gegenüber einem Schwarzen von mir in Good Old Germany ausgesprochen, vor einem deutschen Gericht zu landen) das am häufigsten gebrauchte Lexem der Protagonisten dieser Stücke war.

Wir wollen das jetzt natürlich nicht überpsychologisieren, denn das könnte man uns ja als humorlos oder gar diskriminierend auslegen.

Aber es scheint einem doch schon fast, dass die jeweils den Wahn hätten, alle anderen, außer selbstredend ihnen selbst, möbelten ständig ihre eigenen Mütter.

Kein Wunder, dass die sich alle gegenseitig abknallen.

Sowas gehört ja schließlich nicht eigentlich zur guten Sitte.

Dagegen muss man als Ehrenmann schonmal durchgreifen.

Mit der 45er, der Pumpgun, was gerade zur Verfügung.

Das Vergnügen beim Anschauen solcher Filme entsteht dann ja auch daraus, dass es mit jedem Erschossenen einen “motherfucker” weniger gibt.

Das ist zwar auf ziemlich primitive Instinkte angelegt, aber, wenn man das schon weiß, irgendwie auch lustig.

Zumal dann in der Regel einer übrigbleibt, der zwar zweihundertmal als “motherfucker” bezeichnet wurde, dem man aber niemals zutraut, dass er einer sei.

Eine durchaus löbliche Form der cineastischen Volkspädagogik.

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2 Antworten zu “Die “motherfucker” knallen sich reihweis ab”

  1. TanjaKrienen sagt:

    Nun ja, ich mag Hollywood. Eigentlich. Doch nicht alles. Manche Produkte haben schon den “pädagogischen Effekt” die Menschen an die schlimmer und übler werdende Realität zu gewöhnen. Da hatte Adorno bezüglich der Comic-Figuren nicht unrecht…zu der ehedem die Jazzmaschine stampfte. Heute stampft es noch erheblicher bumm bumm bumm bumm bumm bumm und der Alltagston ist – ohne Zweifel – so, dass es nicht wundert, warum nicht noch mehr geschossen wird.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ TanjaKrienen

    Die Neger (ich denke, das in diesem Zusammenhang aus strikt soziologisch erläuternden Gründen sagen zu dürfen) in diesen Filmen nennen sich gegenseitig praktisch stets “nigger”.

    Sie halten also eine Art lexikalisches, rassisch gegründetes Privileg.

    Ich empfinde mich von daher doch als ein wenig diskriminiert.

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