Soziale Piraten

Eben las ich im Netz, dass es in der Piratenpartei eine Arbeitsgruppe mit dem Namen “Sozialpiraten” gebe.

Früher gab es bei der englischen Flotte, die ja auch zu erheblichen Teilen eine, wenn auch staatliche, Piratenveranstaltung war, “Prisen”.

Das waren jedoch nicht Prisen Schnupftabak, sondern der Anteil an der Beute aus einem aufgebrachten Schiff, der dann nicht an die Krone, sondern nach einem festgelegten Schlüssel an Kapitän und Mannschaft ging.

Man war unter Piraten also schon vor dreihundert Jahren sozial.

Kapitän Morgan errichtete sogar einen ganzen Sozialstaat (mit Rente für im Kampf verlorene Beine usw.).

Deshalb finde ich die ganze Sozialerei bei der Piratenpartei auch total altmodisch.

Die wollen im Netzzeitalter angekommen sein.

Lachhaft.

Wie als ob sie noch mit englischen Neunpfündern schössen.

Nicht Luv noch Lee.

Keine Ahnung vom Halsen, man verwechselt Entern und Kentern.

Ein einziger richtiger Sozialpirat aus dem 18. Jahrhundert hätte den ganzen Saftladen auf dem Bundesparteitag kurzerhand mit dem Säbel in Stücke gehauen und sich absolut bedingungslos sein Grundeinkommen aus den verkauften Smartphones und erbeuteten Börsen gesichert.

Der kannte sein Netz noch.

Damals nannte man es Wanten.

Da der heutige Sozialpirat aber nicht einmal mehr Piratisch kann, geschweige denn Patriotisch, oder gar Deutsch, wird er wohl auch noch Wanten mit Wanzen verwechseln.

So wie Trojaner mit Treue.

Es ist schon ein Kreuz mit solcherlei Sozialpiraten.

Die sich jetzt fragen, ob das X auf ihrer Tastatur vielleicht rechtsradikal sei.

Nein, liebe Sozialpiraten, das ist es nicht.

Es ist nur so, dass es auf Deutsch Ochs und Ochsen heißt, und auf Englisch Ox und Oxen.

Und es heißt auch nicht Gesox.

Und es heißt auch nicht es ermanglet mir eines Sox, sondern eines Socken.

Ich weiß, ich weiß, schon wieder diese lästige höhere Linguistik.

Voll asozial.

Ich sage Euch aber aus Erfahrung, dass die bösen Buben nicht aussterben.

Zumal, wenn man allzu sozial zu ihnen ist.

Denn dann haben die Zeit, ungestört ihre Rapiere zu schärfen (ja, das “R” war Absicht, es sollte nicht Papiere heißen).

Im Sandkasten lässt sich gut Schifffahren.

Ich habe noch nie ein Schiff gesehen, das im Sandkasten absoff.

Wenn man ohnehin schon auf Grund gelaufen ist, kann einem das auch nicht mehr so leicht passieren. (Rasieren schreibt sich mit einem “s”.)

Ich liebe Euch aber trotz alledem. Alle.

Ihr habt wieder Spaß in die Politik gebracht.

“Ich habe keinerlei Plan, aber ich weiß genau, für was!”

So etwas gefällt mir.

Ich finde das auch echt sozial.

Alles, was mir gefällt, ist sozial.

Und da ich meinen Sprachschatz, bisweilen auch mal plündernd, so gerne erweitere, finde ich Euch echt extrasozial.

Ich muss nur mein Netz aufmachen, und schon treiben mir die Sozialpiraten hinein.

Je weniger ich mache, um desto mehr Butter bei die Fische.

Da lache ich doch über einen braven Ackermann.

Der furcht und hackt und zupft, bis dass er dreckig dabei wird.

Der ist asozial.

So einen will ich mir gar nicht anschauen.

Da schaue ich lieber Euch zu, beim Traumschiffe bauen.

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