Zerdenken wir uns zu Dödeln?

Die Fragestellung “Sind Gedanken unser Feind”, die am 2.12. im Stuttgarter Treffpunkt Philosophie unter meiner Moderation erörtert werden wird (siehe rotes Banner oben rechts), wurde zunächst von einer Frage-Antwort-Schrift mit einem sehr ungewöhnlichen indischen “Weisen” inspiriert.

Sie finden diese unter “Thought is your Enemy” im Netz.

Ich will das Thema indes nicht nur unter philosophischen Gesichtspunkten und anhand dieses “VERSTANDESZERSCHMETTERNDEN” Werkes, das ich kurz vorstellen werde, (mir hat es nichts ausgemacht, es zu lesen, viele andere, zumal Religiöse, sollen nach der Lektüre mehr oder weniger durchgedreht sein…) erörtern, sondern vor allem auf der individual- wie massenpsychologischen Ebene.

“Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß”: Also lautet ein geläufiges deutsches Sprichwort.

Sprich, der Blöde, selbst der vorsätzlich Ignorante, hat weniger Probleme: er macht sich nicht verrückt.

(Egal ob man ihn gerade per Euro-Rettung enteignet oder sonstwas. Und wer z.B., schon wieder aktuell, über die Causa Guttenberg nachdenkt, bekommt auch leicht einen Brecheiz…)

Beziehungsweise: Gedanken sind dein Feind.

Oder: “Denken ist dein Feind”.

Übrigens meinte derjenige, welcher mich auf diese Schrift durchaus eindringlich aufmerksam machte, deren Inhalt könne man gar nicht diskutieren.

Und er habe noch nie einen vernünftigen Einwand dawider vernommen.

(Nun, ich dachte ein wenig nach und fand mindestens einen grundgewichtigen und einige erhebliche logisch-inhärente Unstimmigkeiten, die meines Erachtens allenfalls dadurch zu verteidigen wären, dass uns der Inder zu pädagogischen Zwecken nebenher ein bisschen verarschen wollte.)

Damit hat er, der Deutsche, ob nun in listiger Absicht oder nicht, mich natürlich erst recht dahingebracht, dass ich genau diese vorgeblich unmögliche, sinnlose Diskussion ansetze.

Der Abend könnte lustig werden.

Streitbare Denker erwünscht.

(Ist Denken für uns Deutsche noch “normal”? Kann schon Denken ein Verbrechen sein? Nur an uns selbst, oder auch an anderen? Verträgt man das Denken in Südasien etwa noch schlechter, als bei uns? Wie zerdenkt man sich? Darf man noch dichten, wenn Denken schädlich ist? Kann man dichten, ohne zu denken? Und wenn ja, was? Sollen wir uns gescheit glauben? Ist Meditation ein guter Weg, sich das Denken gedankenlos abzutrainieren? Kann man sich das Denken wegdenken? Wie stapelt man sein Brennholz sinnvoll, ohne sich etwas dabei zu denken? Ist Gott schuld daran, dass wir armen Sünder denken? Ist die Hölle der Ort, wo wir ständig denken müssen? Befreit uns der Himmel davon? Wie schädlich ist schon das Mitdenken? Wo kommt dieses vermaledeite Denken überhaupt her? Durfte wenigstens Jesus denken, ohne sich und allen zu schaden? Wie erziehe ich meinen Kindern das Denken ab? Gibt es eine Nichtdenkrune? – Die gibt es, gewissermaßen, fällt mir da gerade ein. – Ist nicht alle Religion dafür da, uns segensreich vom bösen Denken wegzubringen? Wer denkt am wenigsten?)

— Anzeigen —


Tags: , ,

Eine Antwort hinterlassen