Gegen gegen S-21: kein Ja von mir!

Letzten Donnerstag fand ich ein merkwürdiges Schriftstück in meinem Realbriefkasten, Titel: “Information der Landesregierung Baden-Württemberg zur Volksabstimmung am 27. November 2011″

In dem blassgelben, 12-seitigen Heftchen im Format A5 findet sich so einiges an Kuriosem, dessen Witzigstes – oder auch Traurigstes, je nach Perspektive – ich kurz zusammenfassen will.

Nach einigem allgemeinem Gesabbel vom Ministerpräsienten, dessen Vize und einem Grußwort “der Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung” (Was es inzwischen alles gibt. Muss ein geiler Job sein; so einen 16-silbig bestallten, sicherlich bestens frühpensionsfähigen Laberbackenposten hätte ich auch gern.) wird es ernst.

Im Kapitel “Sachstand: Worum geht es?” heißt es unter anderem: “Die Landesregierung hat am 16.9.2011 eine Gesetzesvorlage in den Landtag eingebracht, mit dem Ziel, verpflichtet zu werden, Kündigungsrechte bei dem Finanzierungsvertrag wahrzunehmen.” (Abgelehnt)

Da musste ich auf meinem Spaziergang schon kurz vor dem Wilhelmsplatz lachen (Wilhelm hieß mal unser König): Die Landesregierung hat das Ziel, zu dem verpflichtet zu werden, was sie will.

(Beim Fußball mag es sowas ja geben, nämlich, dass ein Kicker von dem Verein verpflichtet wird, zu dem er hinwill. Sonst aber kennt man diesen Sprachgebrauch eher nicht…)

Dann kommt der Gesetzestext, hernach folgen je zehn Argumente für “Ja” (also der Bahnhofsgegner) sowie für “Nein” (also der Bahnhofsbefürworter).

Die sollen nun nicht alle wiedergekäut und bewertet werden, lediglich die seltsamsten Gegensätzlichkeiten angeführt.

Die Befürworter sagen, die angestrebten Fahrzeitersparnisse gingen vorwiegend auf die Neubaustrecke Stuttgart-Wendlingen-Ulm zurück; die Gegner hingegen behaupten, man fahre künftig von Heilbronn auf den Stuttgarter Flughafen in 48 statt 86 Minuten, von Rottweil dorthin in 63 statt 102 Minuten, von Friedrichshafen zum Hauptbahnhof in 100 statt 135 Minuten. Tja, nicht jeder Schwab und jeder Badener fährt über Ulm nach Stuttgart.

Die Befürworter des Ausstiegs behaupten dann noch, wohl völlig ungesichert, mehr als 350 Milliönchen täte ihr Nichtvorhaben nicht kosten (die Bahn redet von 1,5 Milliarden), und die Förderung von Bund und EU käme sowieso (was ebenfalls keineswegs klar scheint).

Und eben sah ich ein Plakat, das besonders perfid gemacht ist: “Ja zum Schutz von Umwelt und Bahnhof”

Viele Unbedarfte werden denken, sie stimmten mit “Ja” für den Bahnhofsneubau.

Und genau so haben die Gutmenschenhyperdemokraten ihre Propaganda ganz bewusst angelegt; die Menschen zu täuschen; eben las ich in der FAZ, dass 17% der Baden-Württemberger glaubten, sie stimmten mit “Ja” für den neuen Bahnhof.

Jetzt aber kommt der Knaller.

Gegen den neuen Bahnhof müssen nämlich nicht nur über fünfzig Prozent der Stimmabgebenden votieren, sondern laut Landesverfassung auch über ein Drittel aller Wahlberechtigten.

Das heißt, dass bei einer Wahlbeteiligung von 60% noch 55% Ja-Stimmen nicht reichen, um hinreichend dagegen zu sein.

Und bei 50% Wahlbeteiligung langt es dann mit 66,6% Ja noch immer nicht.

Und – horribile dictu, aber möglich – bei einer Wahlbeteiligung von 40% reichten noch nicht einmal 80% Ja-Stimmen, denn das wären lediglich 32% der Wahlberechtigten.

Man muss fast schon hoffen, dass kein solches Szenario eintritt, denn damit erklärten sich die Verlierer sicherlich doch zu moralischen Siegern, und der ganze Zores ginge ad infinitum weiter.

Manchmal frage ich mich eh schon, ob in dieser Stadt außer mir überhaupt noch einer was schafft.

Schlussbemerkung: Ich kann nicht wirklich sagen, dass ich für diesen Bahnhofsneubau bin. Aber inzwischen gegen gegen. Das haben die Gegner durch ihre Schwindelei, ihre vorsätzlich täuschende Finassiererei, geschafft. Und indem ich nicht zu dieser Farce von Wahl gehen werde, stimme ich immerhin mit so einer Art halben Stimme, quorumshalber, gegen gegen. Also mit Nein, bzw. einem indirekten Ja. Ohne auch nur meinen Arsch aus meinem Bett bewegen zu müssen.

Nachschlussbemerkung: Bei mir kommt zugegebenermaßen noch hinzu, dass ich gegen die Grünen als verlogenste, hinterfotzigste aller Kriegsparteien inzwischen fast schon eine Art Allergie entwickelt habe. Auf der ganzen Welt fröhlich herumbomben und zuhause “Hurra Islam!” schreien: Das ist das Hinterletzte. Vom Genderscheißendreck und der Klimalügerei mal ganz zu schweigen.

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7 Antworten zu “Gegen gegen S-21: kein Ja von mir!”

  1. Joerk sagt:

    Und dieses ganze Schmierentheater wegen eines Bahnhofs? Vielleicht sollten wir die Dampfloks wieder aktivieren, schwäbsche Eisenbahn eben. In einigen Teilen Asiens werden in der Zeit, in der wir über einen Bahnhof streiten ganze Städte gebaut. Ich frage mich wo deutscher Innovationsgeist und Fortschrittswille geblieben sind? Vielleicht sollten wir und mal ein Vorbild an den Schweizern nehmen. Dort wird gerade der neue Gotthardbasistunnel gebaut. Geschätzte Kosten 10 Millionen Euro. Selbstverständlich wurde das Volk vorher und auch bei nötigen Nachfinanzierungen gefragt, ob es mit dem Bau einverstanden ist und nicht wie in Ba-Wü ob es für ein Gesetz für den Ausstieg ist. Das ist lächerlich, armselig und erbärmlich.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Joerk

    Zustimmung.

    (Es sind aber wohl eher 10 Milliarden Euro. Kann passieren.)

  3. Joerk sagt:

    Naja heutztage spielt das ja keine Rolle mehr. Millionen, Milliarden, Billionen ein paar Nullen mehr oder weniger….

  4. Alex sagt:

    Wenn der Bahnhof denn gebaut wird und in 15 oder 20 Jahen fertig ist, die 8-9 Mrd.€ gekostet hat und Stuttgart ein Nadeloer besitzt, wenn dann auch nur ein einziger von den Befürworter die Stimme erhebt, kommt der in einen Sack und wird solange gegen den nächstbesten Baum geschmissen, bis er die Klappe hält.

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Alex

    Ich weiß nicht, was ich aus Deinem Kommentar herauslesen soll.

    Dass Du selber Bahnhofsunterstützer bis zum Schweigen prügeln willst?

    Oder sollen das andere für Dich tun?

    Während all die grünunterstützten Kriege in Ordnung sind?

    Wenn Du nur ein bisschen Arsch in der Hose hast, antwortest Du nach dieser Ansage unter Klarnamen.

    Ansonsten, sollte es schwerst missratene, schlechtest gemachte Satire gewesen sein, entschuldigst Du Dich wenigstens unter Nick.

    Sonst bist Du für mich nur ein weiterer feiger Maulheld.

    Ein Niente.

    Ich werde übrigens nachher zur Parkschützerminizeltstadt ausrücken, um mit den Leuten dort zu reden.

    Wenn sie mich nicht totschlagen, wirst Du wieder von mir hören.

    Jedenfalls wofern Du Dich wenigstens zu lesen selber traust.

  6. Alex sagt:

    Vielleicht solltest du den Kommentar erst ein mal richtig lesen. Das man aus “Klappe halten” von dir gleich Totschlag heraus gelesen wird, zeugt nicht gerade von Lockerheit und ich habe mich auf Die bezogen, Die jetzt nichts sagen, oder für (gegen) den Bahnhof stimmen, die Leute sollen dann nach der Fertigstellung nicht den Mund aufmachen und darüber jammern, wenn er Probleme macht, dass du daraus solch ein Konstrukt bastelst ist schon ziemlich kleinkariert.

  7. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Alex

    “…wenn dann auch nur ein einziger von den Befürworter die Stimme erhebt, kommt der in einen Sack und wird solange gegen den nächstbesten Baum geschmissen, bis er die Klappe hält.”

    Das hast Du oben geschrieben.

    Oder etwa nicht?

    Ich habe mich vorher über eine Stunde lang vorort mit einem Parkschützer, der dort schon ein Jahr ausharrt, unterhalten.

    Danach noch über eine Stunde in meiner Stammkneipe mit einem weiteren Bahnhofsgegner über die Sache.

    Du bist ein Feigling.

    Und kleinkariert.

    Und gewaltgeil.

    Aber selber eben nur feige.

    Schäme Dich mal dafür, wenn Du wenigstens das fertigbringst.

    Kannst es ja heimlich tun.

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