Fürs Unwas oder gegen das Gegenwas?

Heute Nachmittag – indem der Themenkreis mir schon lange und jetzt erst recht ob Stuttgart 21, wo man aus einem Gegen flugs ein Für gemacht hat, um “positiver” zu wirken, im Kopf herumgeistert – wurde ich in einer Netzdiskussion nochmal auf den Komplex der Sprachverneblerei gestoßen, der damit einhergeht, dass man als Lieber und Guter eigentlich nie gegen etwas sei oder sein möge, sondern immer für etwas, also nie negativ.

Siehe auch hier.

Man ist also nicht mehr gegen noch mehr Schuldenmachen, sondern fürs weniger Schuldenmachen, nicht mehr gegen Stuttgart 21, sondern für den Ausstieg aus S 21, für keinen Krieg, anstatt gegen Krieg, für eine Eindämmung höheren Treibhausgasausstoßes, und nicht etwa gegen noch mehr Emissionen usw. usf.

Gegen etwas zu sein, ist nämlich intolerant, kleingeistig, böse.

Es lebe das Ja und Amen!

Ich bin mal gespannt, wann man schließlich sogar nicht gegen Massenmörder und Kinderschänder sein darf, sondern nur noch für Nichtmassenmörder und Nichtkinderschänder.

Die Sache hat Methode.

Sie führt direkt ins Idiotenkabinett.

Vielleicht werde ich sie künftig ab und an damit konterkarieren, dass ich einfach mal für meinen Trotz nicht mehr für etwas bin, wenn ich das bin, sondern gegen gegen dasselbe.

Oder gegen kein Sowieso oder gegen nicht Irgendwas bzw. gegen Unwas.

Also genauso grundsätzlich prinzipiell gegen, negativ.

Vielleicht langt sich ja doch ab und an mal einer an seinen keinen Nichtkopf.

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5 Antworten zu “Fürs Unwas oder gegen das Gegenwas?”

  1. Gundi sagt:

    Hallu,

    Beispiel:

    “für keinen Krieg, anstatt gegen Krieg” – Für Frieden anstatt Gegen Krieg.

    Was ist daran verkehrt? Es ist tatsächlich so, dass die Leute eher auf positive Messages reagieren als auf negative. Zudem wird gleichzeitig so die Alternative aufgezeigt.

    Sicher gibt es da die ein oder andere Sprachverwirrung, aber man könnte daran arbeiten und die richtigen Begrifflichkeiten finden. Und wahrscheinlich geht es manchmal nicht anders, dass man eben den “gegen”-Begriff wählt. Aber generell find ich diese Handhabe tatsächlich gut.

    Und wer behauptet: “Gegen etwas zu sein, ist nämlich intolerant, kleingeistig, böse.” ??? Ein paar Einzelne? Ist nicht jeder, der gegen etwas ist auch für etwas (nämlich die positive Alternative)?

    Grüßchen

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Gundi

    Ich fange mal von hinten an.

    Nicht jeder, der gegen etwas ist, ist deshalb auch schon für etwas, zumal, wenn er keine positive Alternative kennt oder sich gar wünscht.

    Dass auf (selbst verklausulierte, verdrehte) “positive Messages” eher reagiert wird, zeigt schon, wie verbogen viele Leute sind.

    Sie suchen den verbalen Kuschelrock.

    Anstatt sich gegen ihre Unterdrücker zur Wehr zu setzen.

    So erschlaffen sie mental immer mehr.

    Werden noch manipulierbarer.

    Merken nicht, wie sie über einen Orwell-Sprech in den Orwell-Denk hineingezogen werden.

    Solchen Schafen auch noch nachzublöken, nachzulaufen, um sie besser, vielmehr am Ende doch nicht zu erreichen, halte ich für das falsche Rezept.

    Da bin ich gegen.

    Oder meintwegen für nicht für.

    Der Affentanz, den ich in Stuttgart dazu gesehen habe, zu S 21, so ausgeführt, dass jetzt oft mein Artikel dazu aufgerufen wird, weil Leute in der Suchmaschine ihr Heil erheischen, herauszufinden, was am 27. November ein Ja bzw. ein Nein eigentlich bedeutet, hat mir dazu die Augen noch weiter geöffnet.

    (Die waren ja sogar so doof, dass K-Stuttgart-21 immer noch von vielen als “Kein S-21″ verstanden wird, indem sie daraus für K-S-21 gemacht haben, soll jetzt heißen, für den alten Kopfbahnhof. Viele werden jetzt das Gegenteil von dem ankreuzen, was sie eigentlich wollen. Idiotenkabinett wie aus dem Bilderbuche.)

  3. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Gundi

    Da fällt mir nochwas ein.

    So mal nur zum Bleistift.

    Bist Du “gegen Rassismus” oder “für alle Rassen”?

    Oder für “Rassengleichheit”?

    Wo es doch gar keine Rassen gibt!

    Und diese, gäbe es sie denn doch, und nicht nur den Rassismus, ja eben genau durch ihre Ungleichheit definiert wären…

  4. weisheit sagt:

    Man kann das Kind mit Namen nennen oder Verbal Akrobatisch korrumpieren.Im Namen der Wahrheit muss das Problem an der Wurzel gepackt werden,es kann nicht sein das durch Wortverdreherei der Sinn einer Aussage verkompliziert oder extrem negiert,positiviert bis zur unkenntlichkeit enstellt wird,das man den wahren Sinn nicht mehr erkennt.Berühmt dafür sind Politiker alle mal.Guttenbergs geredeten Schwachsinn habe ich teilweise oder gar nicht Verstanden .Oder wie Orwell es besser und ganz einfach,ohne Komplikation sagte :Wahrheit ist Lüge oder Lüge ist Wahrheit.

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ weisheit

    Na dann mach das mal, mit dem Kind beim Namen nennen, grad im Gegenzuge zu so einem verräterischen Klarnamenfeigling wie mir.

    Trau Dich!

    Bis Deine Scheinbrüste platzen!

    Deutsch kannst Du sowieso nicht.

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