Wieso Italien?

Eben las ich, dass “nur zwei” bedeutende Industrieländer eine im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt schlimmere Verschuldungsquote aufwiesen, als Italien.

Nämlich Japan und die USA.

Jetzt fragt sich Klein-Magnus, weshalb Italien derzeit als heftiger Staatspleitenkandidat gehandelt wird, jene anderen beiden aber nicht.

Bei den USA kann ich mir das immerhin noch halbwegs erklären.

Die bombardieren einfach jeden, der ihnen ihre Dollars nicht mehr abnehmen will, in die Steinzeit zurück. (Was aber auch nur begrenzt hilft, da nicht nur Staaten amerikanische Staatsanleihen halten; und weil unter diesen Staaten China davon am meisten hält: also ein schwer bombardierbares Land.)

Aber Japan?

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass in den Schafsmedien hierzu mal wieder mit gezinkten Karten gespielt wird.

Oder kann mir das einer erklären?

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5 Antworten zu “Wieso Italien?”

  1. TanjaKrienen sagt:

    Weil nicht die Schuldenhöhe allein wichtig ist, sondern auch die Produktivität und der vorhandene Markt. Die Schulden der USA z.B. resultieren zu einem gewaltigen Teil aus ihren Militäreinsätzen, doch ihr heimischer Markt ist stabil und selbstreinigend. Die Privatverschuldung ist eine Folge eben dieser Marktfocussierung und der Konsumpropaganda, die, das liegt der Natur der Sache, janusköpfig ist.

  2. Lesezeichen sagt:

    Naja…

    wenn man nachfolgende Berichte liest, stellt sich das etwas anders dar:

    http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/fitch-us-ratingagentur-droht-china-und-japan_aid_663183.html

    http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/ratingagentur-moodys-senkt-bonitaet-japans-um-eine-note_aid_658275.html

    Leider finde ich den Artikel nicht mehr, aber kürzlich las ich, dass die USA aktuell nur noch 35 Prozent ihres Haushaltes über Steuereinnahmen finanzieren und den Rest über Schulden. Die Wirtschaft ist nicht gesund, weil durch den geschwächten Mittelstand die Binnennachfrage enorm gesunken ist. Von den Essensmarkenbeziehern ganz zu schweigen.

    Man könnte durchaus den Eindruck gewinnen, dass bei den Bewertungen nach dem Prinzip verfahren wird: Ich werde zwar nicht größer, wenn ich andere kleiner mache. Zumindest aber vergrößere ich den Abstand.

    Interessant würde es werden, wenn es adäquate europäische Ratingagenturen gäbe.

    das Lesezeichen

  3. TanjaKrienen sagt:

    Klar ist, dass Obama eine Katasstrophe ist und die letzten Jahren eine schlimme Bilanz ausweisen, aber INSGESAMT beträgt das Schuldenaufkommen nur etwa 100% des geamten Haushaltes, während man nach deinen Angaben annehmen könnte, in einem Jahr würden bereits etwa 65 % Schulden aufgelaufen sein. Zudem ist die Einkommenssteuer NUR EINE Einnahme. Die Artikel, die ich im Netz dazu finde und die jene “Dreimal mehr Ausgaben als Einnahmen” Aussage plakatieren, sind unseriös und marktschreierisch. Die wahre Minusbilanz der USA im letzten Jahr lag bei rund 10%.

  4. Lesezeichen sagt:

    Hallo Tanja,

    “Nur”100 Prozent des BIP?

    Aufschlussreich ist diese Tabelle hier, zeigt sie doch die Staatsverschuldung gemäß der Präsidentschaftskandidaten:

    http://en.wikipedia.org/wiki/National_debt_by_U.S._presidential_terms

    Demnach hatte der gute George Dabbelju das Defizit um 27.8 Prozent gesteigert. Obama liegt aktuell bei 15.4. Ich möchte gar nicht wissen, wie hoch es unter George Bush wäre, aber glücklicherweise wurde er ja vor den richtig drastischen Auswirkungen der Krise in den Ruhestand geschickt. Ich will mir gar nicht ausmalen, was wäre, wenn er noch am Ruder wäre. Wahrscheinlich hätte er noch ein paar Lehmans in die Pleite geschickt, weil ihm überhaupt nicht in den Sinn gekommen ist, dass die Finanzmärkte verflochten sind. Wie heißt es doch so boshaft: Kriege sind die einzige Möglichkeit für die USA, etwas über Geographie zu lernen.

    Ich bin keine Obama-Anhängerin. Ich halte ihn nach wie vor für ein Konstrukt, der wunderbar verdeutlicht hat, wie Medien und Propaganda funktionieren. Nichts desto trotz muss er die Suppe auslöffeln, die GB eingebrockt hat. Nicht nur er allein, mit ihm sitzen viele in diesem Boot, nicht zuletzt die vielen hunderttausend Toten und Verletzten, die die Bush-Administration hinterlassen hat. Eine unglaubliche Blutspur, die kleben bleiben wird.

    100 Prozent Verschuldung ist Überschuldung, weil Einnahmen gleich Ausgaben sind. Dazwischen läuft einfach gar nichts mehr, mal von den einzelnen Pleitestaaten abgesehen. Die sind sowieso am Ende. Staaten wie z.b. Kalifornien decken schon seit Jahren ihre laufenden Kosten, wie Gehälter etc durch Neuaufnahme von Krediten.

    Das heißt, die “wahre Minusbilanz” sieht völlig anders aus, wenn man zum Federal Budget noch die wirtschaftliche Situation der einzelnen Staaten betrachtet.

    Bezogen auf den Ausgangspunkt dieses Freds fällt mir die Ermahnung Obamas ein, die Europäer mögen doch endlich ihr Schuldenproblem lösen. Es ist Wahlkampf und da macht es sich gut, auf die Splitter anderer hinzuweisen, damit die eigenen Balken nicht auffallen. Und genau da hinein passt wieder, dass die Rating Agenturen in USA ansässig sind.

    Ein Schelm ist, wer böses dabei denkt.

  5. Anonymus sagt:

    Ich habe Verständnis dafür, dass die Italiener kein Verständnis für die Umverteilungspolitik von unten nach oben haben. Es ist keinem Italiener klar zu machen, wieso hunderte von Milliarden da sind, um die Boni der Banker zu retten, aber keine Millionen, um das von Anfang an unrentable Stahlwerk in Taranto weiter zu betreiben etc.

    Die Italiener haben ja auch schon die Porno-Darstellerin Ilona Staller in die Camera dei Deputati gewählt und die machte dann da auch genau das, was Ihre Wähler von Ihr erwarteten : Striptease! Die Wähler fühlen sich von Ihren Politikern verarscht und verarschen so Ihre Politiker, in Deutschland undenkbar, das werden im Bundestag Reden „Von der Würde des hohen Hauses“ (vor leerem Haus, weil alle irgendwo anders am „geschäften“ sind) geschwungen und selbstverständlich wählen die Deutschen jeden Suffkopp, aber doch keine Striptease-Künstlerin den Deutschen Bundestag.

    Peer Steinbrück wäre wohl doch besser Sparkassendirektor geworden, er begreift nicht mal was die Deutschen von der Politik wollen : Friede, Freude, Eierkuchen und keine Diskussionen, Debatten und auf gar keinen Fall Auseinandersetzungen oder gar Streit, notfalls alles mit Unmengen von (Steuer-) Geld zukleistern. Peer Steinbrück begreift nicht, dass die Schweizer Ihr Bankgeheimnis nicht abschaffen können, dann würden die Zinsen Weltmarktübliches Niveau erreichen und die Schweizer könnten Ihre Häuser nicht mehr bezahlen (keinem Schweizer gehört sein Haus wirklich, alle müssen Ihren Bankkredit dafür ad infinitum bezahlen). Peer Steinbrück begreift nicht, dass die Italiener Politik anders sehen als er. Peer Steinbrück hat offenbar ein grosses intellektuelles Defizit. (von lat. intelegere = erkennen, wissen)

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