Vom Käsfondue

Nachher gibt es Käsfondue.

Und dies nicht nur, weil ein äußerst wortgewaltiger Vegetarier geladen ist, sondern auch, um den Neid der Badenserinnen auf meinen schwäbischen Waschbrettbauch etwas abzumildern.

Natürlich gibt es vorher ein wenig Sicherheitsverwahrungssalat, auf dass wir dem Kalorientode nicht gar zu fahrlässig entegenschreiten mögen.

So ein Magenbodendecker ist nämlich erfahrungsgemäß, nebst einem kleinen Nachbrand, nicht nur der Säure halber, zwingend erforderlich, um nach dem Großen Fressen nicht direktemang ins Käseeinheitenkoma zu fallen.

Habe in der Markthalle heute auch extra frischen indischen Malabarpfeffer besorgt.

Der wird zum grünen gestoßen und zeitig eingebracht.

Bestes griechisches (!) Olivenöl ist vorgehalten, Bio-Knoblauch auch, heimische Stuttgarter Fensterbrettfrischkräuter, Wildoregano aus Sizilien (ein nobles Geschenk eines treuen Freundes), Chilis mindestens der Premium-B-Qualität, ein französischer Weißer, der sein Werk anständig verrichten mag, eine Käsemischung, die zwar, zugegeben, noch besser und zumal hochpreisiger sein könnte, aber taugen sollte.

Ein paar Pilze kommen auch rein.

Ich verrate aber nicht welche.

Wäre ja noch schöner, wenn jeder wüsste, was alles wann und wie in mein Käsfondue reinkommt.

Man wird als Dichter ohnehin meist nur fürs Kochen geachtet, jedenfalls, wofern man wenigstens das kann.

Außerdem mache ich nicht nur käsweis, sondern auch ansonsten das Fondue jedesmal anders.

Schon damit mir kein Derivatenspekulantenschakal das Endzeitrezept klauen kann.

Soviel verrate ich aber doch noch: Es schadet nicht (heute leider nicht der Fall), wenn man frische oder aufgetaute Steinpilze nebst etwas schwarzem Trüffel zur Hand hat.

Gleichwohl kann man mein Käsfondue auch ohne diese auf ewig unangreifbaren Veredler essen. (Typisch schwäbische Untertreibung.)

Ja, und ich habe heute kein frisches Dinkelweißbrot gebacken.

Vielleicht, weil weder Steinpilze noch Trüffel verfügbar.

Oder auch, weil ich in der anliegenden Zeit so viel Nutzloses in meinen Blog abgesondert habe.

Wir werden unsere Körperfettwertselbstaufopferung daher mit gekauftem Weizenweißbrot durchstehen müssen.

Überlebe ich auch noch den heutigen eigenhändigen Terroranschlag auf meinen Fettstoffwechsel, so werden Sie wieder von mir hören.

Wenn Gott will.

— Anzeigen —


3 Antworten zu “Vom Käsfondue”

  1. Lesezeichen sagt:

    Klingt gut :D

    Ich mag Käsefondue sehr.

    Ansonsten bin ich über die Badenserin irritiert. Mir hat man mal beigebracht, es hieße Badener bzw. Badenerin. Begründet wurde es damit, dass man ja auch nicht Frankfurtser sagen würde :D

    Frohes Schlemmen

    das Lesezeichen

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Das Fondue wurde allseits gelobt.

    Ansonsten: Schwaben und Badener necken sich gern.

    Und aus irgendeinem wohl nie erklärlichen Grunde regen sich viele Badener bis übers Maß auf, wenn man sie Badenser heißt.

    Zumal, wenn das ein Schwabe tut.

    Obschon diese Bezeichnung hierzuschwaben eigentlich völlig unbösartiger Standard ist.

    Wir wissen derweil alle, dass die Badener (das “s” habe ich mir jetzt abgequält) ein lustiges Völkchen sind und man, Pein uns Schwaben, teils auch noch besser bei ihnen isst und trinkt.

    Vielleicht sollte ich doch nicht so viele achtbare stolze Völker ärgern.

  3. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen & Alle

    Ich bin übrigens so badenserfeindlichkeitsunverdächtig, wie das ein Schwabe nur sein kann.

    Es sei denn, ich hätte ein unübertrefflich hinterlistiges Strategem angewandt.

    Denn ich habe mit Absicht (im Ernst!) eine Badenserin geheiratet (die sich über diesen Begriff allerdings nie aufregte), und meine beiden Söhne sind daher mindestens Halbbadenser.

    (Pater semper incertus est. Da ich aber bei beiden Geburten assistierte, kann ich das absolut verlässlich sagen.)

Eine Antwort hinterlassen