FAZ: “Endsieg des Neusprech”

Es bewegt sich was im Lande.

Schon wieder ein Artikel in der FAZ, der nicht nur gut geschrieben, sondern auch inhaltlich uneingeschränkt zu loben ist.

Berhold Kohler bearbeitet darin mutig die sprachlichen Nebelgranaten, die über uns abgeworfen werden.

Seine Liste will ich – obschon sie sicherlich recht mühelos erheblich zu verlängern wäre – hier mal nur noch um “Bundesagentur für Arbeit” anstatt “Arbeitsamt” ergänzen: aus drei Silben glatt acht gemacht, nur, damit die Papierindustrie sich freut.

Na gut, ein bisschen was lasse ich mir doch noch einfallen: damit auch mein Eigenbeitrag nicht gar zu kurz wird.

Anstatt “Gesindel” sollten wir künftig wohl “Menschen mit suboptimaler moralischer Einstellung” sagen, statt “Tastatur” “elektrisches Buchstabeneingabeinstrument”, statt “Frau” “apenisale HumanoidIn usw.

Das Vorrücken der deutschen Sprache gegen jede menschliche Vernunft ist unaufhaltsam.

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2 Antworten zu “FAZ: “Endsieg des Neusprech””

  1. Schmitz sagt:

    “Frau” “apenisale HumanoidIn, das “In” bringt’s sicherlich und wird jeder Emanze die Tränen fließen lassen. Vorfreude, versteht sich.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Schmitz

    Emanzen werden hier wohl keinen großen Ärger machen.

    Die wissen in der Regel noch nicht einmal, woher das Wort stammt und was es ursprünglich bedeutet.

    (Ich bin hier, soweit ich mich erinnere, erst ein- oder zweimal als Frauenfeind angeklagt worden. Wer meine Texte zu lesen imstande ist, erkennt – selbst als Frau – schnell, dass ich das nicht bin. Und selbstverständlich auch, dass mich ein derartiger Vorwurf allenfalls zu einer belustigten Riposte zu veranlassen vermag: ich weiß schließlich seit langem unumstößlich, dass alle Frauen anständig, unbestechlich, schön und gescheit sind.)

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