Nietzsche als Vorbild der Kraft aus dem Selbst

Meine Achtung für Nietzsche wächst mit jedem Tage.

Obzwar ich in den letzten Jahren kaum in seinen Werken gelesen habe: oder gerade deshalb.

Denn ständig springen mir Sätze von ihm ins Hirn, ohne dass ich sie mir je gesondert gemerkt hätte.

Dieser Mann wusste eben nicht nur, sondern er schuf.

“Tausend Meilen über das hinausgeflogen, was bisher Poesie hieß”.

Ich weiß nicht, ob dieses Gedächtniszitat zum Zarathustra haargenau korrekt ist.

Mir grade egal.

Da stand einer.

Einfach so.

Dass man ihn als tadellosen Lehrer von der Hochschule schasste, nur, weil er weiterdachte, als der verhockte Rest, nahm er mit gelassenem Humor.

Mit Fünfundvierzig hatte er schon ein Werk geschaffen, das…

Man erklärte ihn zum Spinner, zum Vornazi, man versuchte alles.

An seiner gedanklichen und sprachlichen Kraft prallte das letztendlich sämtlich ab.

Bei all meiner Wertschätzung für Kleist, Schiller, Lichtenberg, Kafka, Storm, Luther, selbst gar noch die Gebrüder Grimm, steht er als Erster.

Nicht als Götze: sondern als Vorbild der Kraft aus dem Selbst.

— Anzeigen —


Tags:

10 Antworten zu “Nietzsche als Vorbild der Kraft aus dem Selbst”

  1. Dude sagt:

    Weise Worte! Danke dafür.

    Nur sehr wenige vermögen diesen Genius wirklich zu verstehen. Die entsprechend vielfältig gearteten Missverständnisse seiner Weisheit, wie auch seiner Person, machen zum Teil schon fast den Eindruck, unendlich und grenzenlos zu sein…

    In so manchen Dingen gab es keinen, noch gibt es bis heute auch nur einen, der hochgeachtetem Friedrich das Wasser reichen konnte und kann.

    Trotz allem sollte auch noch nebenbei bemerkt werden, dass auch er letztlich Mensch war, und daher sind auch ihm – wie wohl allen – hin und wieder Missgriffe unterlaufen. Über diese kann man jedoch in Betrachtung des Ganzen getrost hinwegschauen.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Angebrachte, durchdachte ergänzende Worte zu Nietzsche.

    Auch und gerade, was seine Missgriffe anlangt!

  3. vergessen sagt:

    Nietzsche ist tot.

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ vergessen

    Na und?

  5. Gott sagt:

    Nietzsche ist tot.

  6. vergessen sagt:

    Gott ist nicht tot, es ist schwerverletzt.

  7. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Du und Du oder nur Du

    Wollt Ihr hier ein Kasperlestheater aufführen?

    Dann wartet mal, ob Euch in dem Stück der Teufel allzulange gefällt.

  8. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ vergessen

    “Gott ist nicht tot, es ist schwerverletzt.”

    Es muss das Es gewesen sein, das es schwer verletzt hat.

    Oder ein Es.

    Das macht schon einen gravierenden Unterschied.

    Dann könnte es auch noch ein Es oder das Es eines Er oder ein Es oder das Es einer Sie gewesen sein.

    Was die Findung eines geeigneten, sicheren Heilmittels zusätzlich erschwert.

  9. vergessen sagt:

    Lieber Herr Göller,

    ich spreche hier auch sicher im Namen des Forumsteilnehmers “Gott”:
    Ich weiß nicht, was soeben in uns gefahren ist!

    Unsere Entgleisung war durch die Gegebenheit von Anonymität in diesem Medium begründet. Die Möglichkeit war gegeben – und wir nutzen sie.

    Da haben wir uns halt einfach mal gehen lassen -
    wie treibende Kalebassen in einem trüben Bach.

    Dennoch, unbestritten bleibt: Gott und Nietzsche sind tot.
    Nur wer starb als erstes? Wenn Nietzsche schreibt: “Gott ist tot!”,
    so sollte man meinen, dass damit die Reihenfolge des Ablebens geklärt sei.

    Doch wie nur konnte der Geschöpfte seinen Schöpfer überdauern?

    Ich frage weiter: Wie nur wird die wundersame Kunst der Geldschöpfung ihre Schöpfer nach derem Ableben überdauern?

    Wissen Sie hier Rat, Herr Göller?

  10. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ vergessen

    Zunächst mal ist Gott in gewisser Betrachtung viel töter als Nietzsche.

    Letzterer hat nämlich wenigstens tatsächlich gelebt und gute Bücher geschrieben, durch die er in uns weiterlebt. (Von Gott habe ich mindestens noch nicht viel Erheiterndes gehört. Humorlose Leute sind für mich sowieso schon so gut wie tot. Aber das will ich jetzt nicht weiter vertiefen, da Sie mich ja etwas gefragt haben.)

    Also nun zur Frage, zu Ihrer Scheinfrage.

    Ihrem Streuen von ein bisschen Eis auf viel Viehsalz, sozusagen: Es saugt dieses schnell weg.

    Mein Rat: Lesen Sie den Zarathustra, und denken Sie an den Grossen Mittag.

Eine Antwort hinterlassen