Redner gesucht!

Leser Erford Erlich drückte in einem Kommentar zu “Eurodemo Stuttgart” seine verständliche Skepsis dazu aus, ob man sich vom Normalbürger zum Thema Euro und Volksenteignung allzuviel ernsthaftes Nachdenken erhoffen könne.

Ich denke aber, dass der Hauptgrund für die bisherige Untätigkeit der Masse noch nicht einmal in mangelndem Informationsstand oder Denkvermögen zu finden ist, sondern in einer Lethargie, einer Art Resignation, im mangelnden Selbstvertrauen, überhaupt noch irgendetwas gegen das Kartell der großkopferten Usurpateure bewegen zu können.

Einen Bahnhofsbau vielleicht zu stoppen, das traut sich der Normalbürger eventuell noch zu: nicht aber jene monströsen Vernichter von Volksvermögen und Demokratie.

Das ist menschlich durchaus verständlich.

Denn welche Partei, welches Schafsmedium spielte denn dieses alles verheerende Schuldversklavungsspiel bislang klar positioniert nicht mit?

Tag für Tag wird dem Bürger seine Chancenlosigkeit vorgespiegelt, seine Entmündigung: ob er nun die Zeitung aufmacht oder den Fernseher an.

Man droht ihm mit totaler wirtschaftlicher Katastrophe (an der er dann schuld sei, wenn er aufmucke, und nicht die internationale Finanzmafia, hehe!), gar mit Verteilungskriegen in Europa.

Gnadenlose massenmediale Einschüchterung Tag und Nacht.

Es bedarf daher einer Speerspitze, Unerschrockener mit Charisma und überragenden rhetorischen Fähigkeiten.

Solcher, die nicht nur kenntnisreich sind – denn der gigantische Betrug ist ja längst x-fach bewiesen – , sondern die Menschen zu ermutigen und mitzureißen in der Lage.

Von unseren sogenannten Intellektuellen, den Arrivierten, ist bislang keiner mit Wucht in Erscheinung getreten.

Die lümmeln selbstgefällig in der Toskana herum, blinzeln in die Sonne und fressen Pecorino und saufen Brunello.

Redner müssen her, solche, die es ohne Manuskript können.

Leute, die den Lügenbolden einheizen, dass das Volk johlt.

Die Leit- und Sinnsprüche in die Menge zu schmettern in der Lage.

Die überlegenen Witz zeigen.

Die zu begeistern vermögen.

Die so ungewöhnliche Protestformen kreieren und anführen, dass sich jeder noch nicht völlig verdämmerte Altachtunsechziger erstaunt die Augen reibt.

Die Leute wie einen Fischer, Ackermann oder Schäuble also wortgewaltig wie souverän von der Platte putzen.

Die bereit sind, voranzugehen.

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6 Antworten zu “Redner gesucht!”

  1. Schmalhans sagt:

    Denn welche Partei, welches Schafsmedium spielte denn dieses alles verheerende Schuldversklavungsspiel bislang klar positioniert nicht mit?

    Die BüSo!!

  2. Schmalhans sagt:

    Die bereit sind, voranzugehen.

    Du meinst bestimmt den Hannemann, oder?

  3. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Schmalhans

    Nein, den Hannemann meine ich nicht.

    Ich stelle mich jederzeit selber hin.

    Auch wenn ich nicht so überheblich bin, mir anzumaßen, allen oben gesetzten Anforderungen gleich vollumfässlich gerecht werden zu können.

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Schmalhans

    Nach Deiner obigen Provokation will ich doch nochmal nachfassen.

    “Du meinst wohl den Hannemann, oder?”

    Wer mir angesichts dessen, was hier zu lesen ist, so entgegentritt, der möchte doch mal selber Gesicht zeigen, oder, zuwenigst, etwas mehr als Allgemeinplätze einbringen und nicht nur ein paar Links einstellen.

    Das dulde ich nicht auf Dauer.

    Egal, was für Links es sind.

    Ich betreibe hier nämlich keinen beliebigen Linkverteiler.

    Links sind dazu da, einen Beitrag zu untermauern, erweitern, ergänzen.

    Im Falle mal auch einfach quasi alleinstehend weiterführend akzeptabel.

    Zumal von Leuten, bei denen ich weiß, dass sie hier ansonsten selber etwas Konstruktives oder Kritisches vorlegen.

    Machst Du irgendwas?

    Für “BüSo”?

    Was?

    Den anonymen Hannemann?

  5. Jetzt sind wir schon einige Monate weiter und der gesuchte Redner, der Propagandist der betrogenen Massen, der Messias des Eurolandes ist noch nicht in Sicht. Es reden immer noch nur noch die, die stets im Zweiwochenturnus von “niemals mit uns” zu “also wirklich nur im Notfall” zu “wir wollen es eigentlich nicht, sind aber vorbereitet” zu “es könnte sein, dass es notwendig ist” zu “alternativlos” wechseln. Es tut uns wohl noch nicht genug weh. Aber keine Angst, der Schmerz wird kommen und dann auch der “Erlöser” der dem Volk aus der D-Mark-Seele redet. Ich steh bereit. Aber hört mir einer zu?

  6. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dr. Jens Wegmann

    Ich kann Ihnen zwar momentan keine solvente Kundschaft zuführen, freue mich aber, wenn Sie mal im Stuttgarter Raum sind, auf ein gemeinsames Viertele. Oder auch zwei.

    Ich habe auch schon daran gedacht (immerhin zwei, drei YouTube-Videos gibt es, Emil Knöpfle schlug schon zu), über das Satirikerfach hinaus auch Kabarett zu machen.

    Wir hätten uns sicherlich eine ganze Menge zu erzählen.

    Grüße Sie einstweilen herzlich,

    Ihr

    MWG

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