War dies Weib eine Gender?

Vor ein paar Tagen traf ich ein Weib, das war sehr wahrscheinlich eine Gender.

Zwar sahen die kurzen schwarzen Haare über dem ebenmäßig geschnittenen Gesicht adrett und ein wenig keck aus, wie man das mögen mag, doch stellte es sich selbst unter schweren Genderverdacht.

Als der Gaststube meine bevorzugte Sorte Rotwein ausgegangen war und ich sie – an unserem gemeinsamen Tische – lediglich ehrlich frug, welchen Weißwein sie und ihre noch eins danebensitzende Freundin denn zu Schorle immer wieder unters Wasser gössen, schlicht, um mich der mir unbekannten diesbezüglichen Qualitäten halber freundlichst zu erkundigen, ward die Dame sofort recht unwirsch und bedeutete mir, es sei ihr egal, womit sie sich ab und an hier mal einen Halben anzwitschere.

Das erschien in sich wenig glaubwürdig, aber…

Vielleicht hatte ich den Fehler gemacht, mich zuvor zu lustig und angeregt mit anderen Männern zu unterhalten, vielleicht auch war dies eine knallhart kalkulierte Genderprüfung, bei der ich zwangsläufig durchfallen musste.

Hier aber, da ich solches inzwischen gewohnt bin, begann meiner Sünde fataler Teil.

Denn es gelang mir aus irgendeinem wohltuenden Chakra heraus, die Sache so mit einem Lachen zu nehmen, dass die Genderverdächtige meinen Gleichmut als echt verspürte.

Ich bestellte also einen trinkbaren Riesling trocken und setzte den Spaß unter Herren recht unverdrossen fort.

Eine Viertelstunde später rauschte die Genderin praktisch ohne Ade an den Tisch nicht eben gutgelaunt davon.

Man hätte fast meinen können, es wäre doch eine Frau gewesen.

Kurz hatte ich das Gefühl, als sei ich nochmal im 20. Jahrhundert.

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