Decknamenfritzen im Netz

Ich habe gerade wieder den Kommentarstrang einer im Netz recht guten Zeitung besucht und feststellen müssen, wie ein Teilnehmer, der mit Klarnamen auftritt, auf seine Vita und gar sein Äußeres hin fortgesetzt von einem Nickfeigling herabgesetzt und beleidigt wird.

Ich kenne das Phänomen aus persönlicher Erfahrung, wobei ich bisher noch in dem Privileg stehe – wie lange noch? – immerhin wegen meiner Gesichtsnarben noch nicht in ähnlicher Weise von irgendeinem Anonymus öffentlich verunglimpft worden zu sein.

“Guckt euch mal den Arsch an, wie der aussieht, das sagt schon alles über das, was er denkt und schreibt!”

So oder ähnlich, vielleicht etwas verklausuliert, geht es täglich selbst an Orten zu, die man sonst für gesittet ansehen sollte, wo auch redliche, intelligente Leute sich äußern.

Indes: Kein Ordnungsruf, oder nur selten einer, wie vorher von mir, erfolgt von Seiten anderer, wenn ein Gesichts- und Namenloser eine jederzeit im Netz nachsuchbare Person aufs Übelste herabsetzt, auf die feigste denkbare Weise.

Solcherlei Gesindel muss bekämpft werden. Ad hoc.

Ich selbst bin nicht so zart besaitet, dass mir derlei viel ausmachte; trotzdem ist dies nicht nur unfair, sondern unterirdisch.

Denn es herrscht keine Waffengleichheit: Der hinterhältige Kriecher verfügt über jedes Mittel, den offen Antretenden mit Schmutz zu bewerfen; der Beworfene wiederum ist dazu verdammt, will er nicht dünnhäutig erscheinen, dies über sich ergehen zu lassen, es zu ignorieren, allenfalls mit milden Riposten zu reagieren.

Das ist, mit Verlaub, Scheiße.

Wenn sich Zweie gegenseitig durch den Kakao ziehen, meinetwegen auch in gewissem Rahmen beschimpfen, oder auch nur einer verbal derb angreift – warum nicht? – , kann das einen gewissen Unterhaltungs- , mitunter gar Erkenntniswert haben: aber dann bitte beide öffentlich.

Ich muss mich an dieser Stelle wirklich selbst bemüßigen, mich zu bemäßigen, nicht noch ausladender zu einem altdeutschen Wortschatze zu greifen, was das regelmäßige Phänomen, dessen Perpetratoren und selbst Dulder anlangt.

Ein Gedanke ist in mir immer deutlicher gereift: “Nicks” sollten zwar nicht verboten werden, denn es gibt bekannte gute Gründe für die Verwendung eines solchen; aber es sollte wenigstens ins Bewusstsein der Allgemeinheit dringen, dass im Grunde nur die mit Klarnamen Netzbürger erster Klasse sind, da kenntlich, offen, ehrlich, stets verwundbar.

Wenn die Decknamenfritzen sich gegenseitig Kot um die Ohren schmieren, bitteschön, bis zu einer gewissen Grenze.

Decknamenfritzen allerdings, die echte Menschen aus dem Dunkel heraus zu beschädigen trachten, werde ich künftighin noch direkter und auch schärfer angehen als bisher.

— Anzeigen —


Diesen Beitrag mit Anderen teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Facebook
  • Technorati
  • MySpace
  • LinkedIn
  • Webnews
  • Wikio DE
  • email

Tags: ,

26 Antworten zu “Decknamenfritzen im Netz”

  1. TanjaKrienen sagt:

    Ich danke Dir für die freundlichen Worte. Tatsächlich liegt eine Ungleichheit vor, wenn man einem anonymen Schreiber gegenüber steht und dieser nichts hat, als die Absicht, jemanden zu verletzen. Umgekehrt würde man selbst auch nicht so scharf debattieren, wenn man wüsste, welcher reale Menschen auf der anderen Seite steht. Bedauerlich finde ich auch, dass die sonst so oft zitierte Zivilcourage in Form einer Intervention zur Mäßigung des Beleidigers, in 99% unterbleibt. Das lässt mich manchmal an der Menschheit verzweifeln und gebiert: Härten.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Tanja Krienen

    Es ist ja nun einmal gut gegangen, indem die ef-Redaktion durchgegriffen hat, beispielhaft.

    Man könnte sagen, es sei ein kleiner Sieg verbucht für diejenigen, die ihr Gesicht zeigen.

    Wie ich grade meinen Artikel zum Thema eingestellt hatte, durfte ich sehen, dass man dort das m.E. Richtige tat: schöne Sache.

    Gleichwohl bleibt festzuhalten, so wie Du es sagst, dass in 99% der Fälle keiner eingreift: Es sollte in der Tat ohne Redaktion gehen, einfach aus der vielzitierten Zivilcourage heraus.

    Immerhin aber ein Anfang.

    Ich bleibe am Thema dran.

    Grüße

    Magnus

  3. Foehnix sagt:

    Leider kann man die Sache nicht mit der realen Welt vergleichen. Dort hat man die weitgehende Kontrolle über sein gesprochenes Wort, dessen Reichweite und dessen Empfängerkreis (wenn man einmal von den schändlichen dienstlichen Mitlauschern in der Telefonleitung absieht). Wer in der realen Welt bewusst seine Texte (i.d.R. professionell) publiziert, wägt seine Worte genau, bevor er sie frei gibt – im Bewusstsein seines mehr oder weniger großen Leserkreises. Schöne alte einfache Welt.

    Im Web sind die Grenzen zwischen privater Meinungsäußerung und Publizistik verwischt. Jeder noch so lapidare und vielleicht gedankenlose Kommentar kann, wenn er denn unter Klarnamen erfolgte, für alle Zeiten von jedem Menschen dieser Welt gelesen werden. Aber nicht nur von den Menschen, sondern auch von darauf spezialisierten Maschinen! Adresshändler, Betrüger, Geheimdienste, Identitätsdiebe, Betreiber boomender Personensuchmaschinen und vielfältige weitere, weitgehend verdeckte Profiler reiben sich bei jeden Klarnamen-Kommentator die Hände. Hier ist bisher erst die Spitze des riesigen Einberges zu sehen. Als Webserver-Administrator kann ich in Logfiles sehen, was für eine Armada von merkwürdigsten “Bots” und “Spidern” oft im Minutentakt jede Webseite der Welt nach jeglichem Verwertbaren durchsuchen.

    In die reale Welt übersetzt ist das Abgeben eines Leserkommentars nicht im Entferntesten mit einem persönlichen Gespräch vergleichen, aber auch nicht mit einem konventionellen Leserbrief, der zwar im Einzelfall viel Staub aufwirbeln mag, der aber schon nach wenigen Wochen vergessen ist und fortan höchsten noch in einem staubigen Archiv vermodert. Nein, in die reale Welt übersetzt ist das Abgeben eines Leserkommentars ungefähr damit vergleichbar, dass man seine Botschaft auf seiner Hauswand für alle Zeiten sichtbar in den Stein meißelt.

    Ich kann die Naivität vieler “digitaler Immigranten”, auf Klarnamen zu beharren nur bemitleiden. Denn sie wissen nicht, was sie tun.

  4. Foehnix sagt:

    Und dazu noch ein Beispiel, das mir vor wenigen Tagen wirklich selbst passiert ist. Zu irgendeinem aktuellen Ereignis gab ich auf Twitter einen harmlosen, aber ironischen Kommentar ab, der aber aus dem Kontext meines Accounts herausgerissen einen ganz anderen Sinn ergibt. Im Zuge der aktuellen Berichterstattung zu dem Thema brachte der Fernsehsender N-TV diesbezügliche Reaktionen aus dem Netz und blendete dabei zu meinem Schrecken eben jene von mit gezwitscherte Äußerung für mehrere Sekunden im Großformat ein. Natürlich mit meinem Namen. Was war ich froh, dass ich einer dieser hier gescholtenen “Decknamenfritzen” bin. Zwar freute ich mich, dass sogar N-TV meine Tweets liest, aber es zeigte mir auch schlagartig, wie unkontrollierbar und unkalkulierbar jede Nachricht ist, die ich ins Netz hinaus schicke.

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Foehnix

    Interessante Aspekte, danke dafür!

    Allerdings meine ich, dass man sich vor den netten Diensten (google und andere “private” Organisationen eingeschlossen, denn das ist der mächtigste der Welt und arbeitet mit mehr als nur an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nebenher für die CIA, ob die nun wollen oder nicht) erstens sowieso nicht durch Decknamen hinter einer IP-Adresse wirklich wirksam verstecken kann.

    Ein potentieller normaler Arbeitgeber verfügt natürlich nicht über die Möglichkeit, das ganze Netz nach Nicks und IPs abzusuchen, um einen zu überprüfen, so dass in diesem Zusammenhange die Verwendung eines Decknamens selbstverständlich klug und angebracht sein kann.

    Aber: Die ganze Menschheit wird man so leicht nicht einsperren können, und je mehr Leute mit Klarnamen auftreten, umso mehr schützen diese sich gegenseitig, bestzen den öffentlichen Raum glaubwürdig und mit offenem Visier.

    Des weiteren käme der Decknamenfritzenpöbel, der das Netz in mehr als nur ärgerlicher Weise mit Beleidigungen, fingierten Gesprächen über Mehrfachnicks, jeder Sorte Trollerei verseucht, oft sogar dafür bezahlt oder aus sonstigen niederen Beweggründen, immer mehr ins Hintertreffen, je mehr Leute mit Klarnamen aufträten.

    Die Qualität der ja erfreulicherweise vielen gutbesuchten, mitunter auch durchaus niveauvoll betexteten Kommentarstränge von Blogs und Netzseiten würde davon enorm profitieren, noch mehr ernsthafte Leute sähen sich ermutigt, Sinnvolles und Interessantes in ihre Tastatur einzugeben sowie der ganzen Welt, wenn sie sich dadurch nicht unter so viel Gesindel begeben müssten.

    Ich meine daher, dass jene Mächtigen, die wohl nicht nur wir beide nicht sonderlich mögen, viel mehr Grund haben, Klarnamen zu fürchten denn über deren Vermehrung frohlocken zu können.

    Das waren zunächst mal ein paar spontane Gedanken: Das Thema wird, wie schon erwähnt, weiterbetreut.

    Ich würde mich freuen, Deine Meinung zu diesen Ansichten hier zu hören und lade ausdrücklich auch zum erläuternden Widerspruch ein.

    Herzliche Grüße

    Magnus

  6. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Foehnix

    Nur zur Klärung/Info

    Dein zweiter Kommentar überschnitt sich mit meiner Antwort auf Deinen ersten, wurde von mir darin also noch nicht berücksichtigt.

    Grüße

    Magnus

  7. Foehnix sagt:

    Kurze Zwischeninfo
    Bezüglich der o.g. Spinnen habe ich gerade mal genau nachgesehen. Auf einem Server habe ich etliche Webseiten laufen und da die Kiste ständig in die Knie ging, habe ich mal genauer nachgesehen, was da alles so kreucht und fleucht. Tatsächlich machte diese Getier einen Großteil des Datenverkehrs aus, der auf die Seiten zugriff. Also habe ich eine Spinnenfalle “Spider Trap” installiert, die zumindest diejenigen Bots identifizieren und aussperren kann, die grob fahrlässig gegen die Regel (“robots.txt”) verstoßen. Innerhalb ca. eines Jahres gingen mir damit weit über 3000 dieser Arachnoide (also spy bots) in die Falle.

  8. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Foehnix

    Ich wollte mit dem Wort “Decknamenfritzen” durchaus provozieren, hatte aber natürlich nicht vor, alle mit Nick als lose Gesellen und Hundsfötter darzustellen.

    Ich sagte ja oben auch, dass es in vielen Fällen durchaus respektable Gründe für die Verwendung eines Decknamens gibt.

    Gleichwohl begrüßte ich es sehr, wenn mehr Leute den Mut zum Klarnamen aufbrächten: sie zeigten damit eben auch, dass sie wirklich den Arsch dafür in der Hose haben, zu dem zu stehen, was Sie sagen.

    Dies bekäme dadurch natürlich auch mehr Gewicht.

    Man bedenke dazu, wie in den Schafsmedien immer noch versucht wird, mit allen Tricks, die ganze Bloggerszene lächerlich zu machen: die vielen Wichtigtuer, schlechten Witzbolde, Anranzer, Trottel und Trolle, die sich auf Kommentarsträngen hinter ihren Nicks verstecken, spielen ihnen dabei meines Erachtens mächtig in die Hände.

    Grüße

  9. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Foehnix

    Darüber hinaus werden Leute, die unter Klarnamen schreiben, von all diesen sinistren Gestalten regelmäßig bei ihrer seriösen Arbeit behindert, beschimpft, gestört, so dass mancher die Lust verliert, mancher interessante Gesprächsfaden abgeschnitten, mancher Gedankenstrang völlig pervertiert wird.

    Nicht wenige davon werden dafür bezahlt.

    Ich schrieb es so ähnlich schon an anderer Stelle: Schreiberlinge sind billiger als Panzer.

    Schon für 25 Millionen Euro, das reicht den Amis in Afpak kaum einen Tag für Sprit, kann man sich eine Menge Gesocks mit Netzanschluss zusammenkaufen.

    Und man tut es offensichtlich auch.

    Dies mag auch ein Grund dafür sein, dass wir hier bei zeitgeist die Kommentare nicht einfach “durchschießen” lassen, sondern uns die Arbeit machen, jeden einzeln freizuschalten, sehr großzügig; aber Beiträge, die nur herumzuranzen oder unter lächerlichem Vorwand Eigenwerbung zu plazieren trachten, eine vernünftige Diskussion zu zerstören, die werden selbst bei mir auf “unzensiert” gnadenlos gelöscht.

  10. Foehnix sagt:

    @Magnus Wolf Göller

    “Allerdings meine ich, dass man sich vor den netten Diensten …”

    Da kann ich weitgehend zustimmen. Natürlich kann man Google mit genügend Knowhow und Willen weitgehend umgehen. Aber die “Dienste” überwachen wahrscheinlich so gut wie jegliche Kommunikation, besonders der eine Dienst, der mit Google zu tun haben soll.

    “Aber: Die ganze Menschheit wird man so leicht nicht einsperren können …”

    Meine Befürchtungen beginnen bereits bei Szenarien, die ein paar Nummern kleiner sind. Es mag stimmen, dass eine selbstbewusste Menschenmenge mit offenem Visier überwachungsstaatlichen Repressionstendezen ein Stück weit entgegenwirkt. Aber staatliche Eingriffe halte ich vorerst gar nicht für die größte Bedrohung.

    Aber wie sollte das Klarnamen-Ziel eigentlich erreicht werden? Mehr als ein erhobener Zeigefinger fällt mir nicht ein. Höchsten gäbe es noch die Möglichkeit durch Zwangsmaßnahmen, die jedem konservativen Law&Order-Internetausdrucker die Freudentränen in die Augen treiben würden…

    “Des weiteren käme der Decknamenfritzenpöbel …”

    Fürwahr! Aber vermutlich ließe sich nur der ganz extrem dumme Pöbel abschrecken. Der nur wenig intelligentere Spitzbube würde sich eine “Klarnamen-Doktrin” schamlos zunutze machen. Wer weiß denn schon, ob der Name wirklich echt, oder z.B. eine Hasbara-Erfindung ist? Also könnte die “Klarnamen-Doktrin” Schreiber mit offenem Visier in der ungerechtfertigten Sicherheit wiegen, mit realen Personen zu kommunizieren und sie vielleicht dazu verleiten, zu vertrauliche Informationen preiszugeben. Dein Freund Idur Mustermann gibt Dir vielleicht freundlicher Weise Urlaubstipps für Deinen Griechenlandurlaub, will aber in Wirklichkeit nur erfahren, wann er in Dein Haus einbrechen kann.

    Wenn der politische Aspekt der einzige wäre, würde Dir uneingeschränkt Recht geben. Ich bin bestimmt kein Paranoia-Freak, sondern versuche nur die verschiedenen Aspekte abzuwägen.

    Übrigens ist das Thema Anonymität allgemein ein altes und kontroverses Internet-Thema. Klar ist, dass im Schutz der Anonymität allerlei Schändliches betrieben werden kann, aber das ist kein Argument. Genauso gut könnte man fordern, jeden Arbeitsplatz, jede Wohnung, Amtsstube und Sakristei mit Überwachungskameras auszustatten, um Überfälle oder häusliche Verbrechen zu verhindern. Die Argumente wurden an anderen Stellen schon tausendfach abgewägt und ich komme immer wieder zu dem Schluss, dass Anonymität insbesondere im Internet ein Grundrecht sein muss.

  11. Foehnix sagt:

    Hier ist ein schöner Freitag-Artikel zum Thema Anonymität ist Freiheit.

  12. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Foehnix

    Ich fange jetzt mal von hinten an:

    “Die Argumente wurden an anderen Stellen schon tausendfach abgewägt und ich komme immer wieder zu dem Schluss, dass Anonymität insbesondere im Internet ein Grundrecht sein muss.”

    Da stimme ich Dir durchaus zu.

    Mir ist auch nicht daran gelegen, eine Klarnamenvorschrift erlassen zu sehen, dagegen wehrte auch ich mich auch aus den von Dir dargelegten Gründen vehement.

    Du sprachst zudem vom “erhobenen Zeigefinger”, der natürlich ebenfalls etwas Bedenkliches an sich hat.

    Wie wäre es stattdessen mit hinweisender Ermutigung?

    Ich denke eher in diese Richtung.

    Auch schlichtweg an die Herstellung von Einsicht im Sinne meiner bisher vorgetragenen Argumente.

    Vielleicht auch den Mut, der aus Mut noch mehr Mut wachsen lässt, eine der Angstspirale entgegengesetzte Bewegung.

    Dass das nicht gehen könne, glaube ich erst, wenn ich tot bin, und dann habe ich wahrscheinlich erst recht keine irdische Glaubensrelevanz mehr.

    Deinen Einwand, dass man so wiederum betrogen und abgezockt werden könne, indem man Scheinklarnamen aufsitzen könnte, sich zur Preisgabe von Vertraulichem erst recht verleitet sehen, nehme ich durchaus ernst.

    Das Leben ist aber ein Risiko, und umsonst ist bekanntlich nur der Tod.

    Mancher wird da Lehrgeld bezahlen, klar, aber ist es das nicht vielleicht im Ganzen gesehen wert?

    Ich danke Dir jedenfalls ausdrücklich nochmals für die vielen anregenden Gedanken, freue mich jederzeit über noch mehr.

    Die Sache werde ich voraussichtlich, nachbearbeitet und übersichtlich gemacht, in einem zweiten Teil versuchen, strukturiert nachgearbeitet, hoffentlich mit noch mehr wägenswerten Gedanken, bald noch einmal hier zum Thema machen.

    Hau drauf, wasdekannst! , ich habe jetzt schon viel mitgenommen.

    Beste Wünsche

    Magnus

  13. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Foehnix

    Den Freitag-Artikel hatte ich jetzt wiederum noch nicht in meine Antwort eingespeist. Deinen Hinweis gerade erst entdeckt.

  14. Foehnix sagt:

    @Magnus Wolf Göller

    “Das Leben ist aber ein Risiko, und umsonst ist bekanntlich nur der Tod.”

    Da haben wir’s mal wieder – das sag’ ich auch immer! Das Komplizierte im Leben lässt sich doch meist auf hübsch handliche Weisheiten komprimieren :-))

    “Wie wäre es stattdessen mit hinweisender Ermutigung?”

    Bin skeptisch, ob das viel bringt. Wer auf Schabernack oder Untaten aus ist, wird sich trotzdem einen Weg suchen, sein Ziel zu erreichen.

    Ich hätte da einen anderen Tipp, den die Internet-Altvorderen schon vor Urzeiten in den ersten Netiquetten niedergeschrieben hatten:

    Don’t feed the trolls!

    Schon diese Pioniere entwickelten die Gewohnheit Trolle nicht (mit Kommunikation/Aufmerksamkeit) zu füttern. In manchen Foren wirft ihnen übrigens stattdessen Fische zu.

    Das funktioniert wirklich! Ich habe es mir in einem anderen Blog zur Gewohnheit gemacht. Dort tummeln sich etliche getarnte Hasbara-Trolle und ähnliche Kobolde, aber eben auch Leute, die Gescheites zu sagen haben. Also habe ich mir angewöhnt, die Troll-Beiträge einfach zu ignorieren und gar nicht erst zu lesen. Das erfordert etwas Übung und Disziplin, aber dafür macht die Diskussion danach viel mehr Freude. Und wenn sich die Mehrheit der Diskutanten daran hält, geben die Trolle schnell auf. Wenn sie keine Aufmerksamkeit bekommen, verlieren sie bald die Lust.

  15. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Foehnix

    Übelwollende wird man natürlich mit Appellen nicht abhalten.

    Und wichtig ist selbstverständlich auch, was Du unten sagst, nämlich die Verödung von sogenannten Trollen.

    Trotzdem meine ich, dass die Ermutigung Anständiger, stets mit Klarnamen aufzutreten, nicht erfolglos sein muss.

    Unmittelbar eine große Breitenwirkung zu erzielen, dazu reicht dieser Blog alleine natürlich nicht aus; aber, wer weiß, vielleicht klicken ja plötzlich, auch dank Deiner Mithilfe, 500 000 Leute hierher…

    Scherz beiseite (aber wer weiß, ein “Durchschuss” ist nie ausgeschlossen): Richtige Gedanken konnten sich schon immer wundersam schnell verbreiten, wenn ihre Zeit gekommen war.

    Ich bin kein Traumtänzer, halte es aber doch für möglich, dass z.B. irgendein Pirat oder sonst jemand und noch jemand und noch einer die Sache intelligent weiterträgt und dieses dann Stück um Stück fruchtet.

    Vertraute ich nicht auf die wenigstens potentielle Macht des Wortes, so brauchte ich gleich gar nicht schreiben.

    Dich habe ich noch nicht überzeugt, es muss auch nicht so sein; aber gestern Abend sagte mir immerhin einer am Telefon, er wolle jetzt auch nur noch mit Klarnamen auftreten, denn er habe die Nase voll von der Angstspirale, meine Argumente hätten ihm eingeleuchtet.

    Mit Hosenscheißerei (beziehe das bitte jetzt nicht auf Dich, so ist es nicht gemeint) käme man tatsächlich nicht weiter.

    Immerhin schonmal einer, und nicht der Schlechteste, fürwahr.

  16. Adalbert Naumann sagt:

    Hallo @Alle!

    Sehr interessantes … ebenso leidiges wie kontroverses … Thema, in das ich mich hier einfach ungefragt einmal kurz einklinken möchte. Wie es die Höflichkeit gebietet, möchte ich mich zuerst an die Dame in der Runde wenden.

    @TanjaKrienen

    Alles traurig aber wahr – und es ist in der Tat besonders bedenklich, wenn solche Hetz-Trolle in vielen Foren oder Kommentarbereichen meist relativ unbehelligt ihr Unwesen treiben können. Da es aber eine Ausnahme darstellt, welche die Regel bestätigt, wenn entweder beherzte Diskussionsteilnehmer oder Moderatoren den angegriffenen Usern wirksam und vor allem im Sinne einer gepflegten und konstruktiven Diskussionskultur beistehen, bleibt als vorrangig anzustrebende Eigeninitiative (sofern man sich nicht entmutigen lassen möchte) tatsächlich nur die eigene Abhärtung. – Oder der Wechsl zu Seiten/Foren, wo das Verantwortungsbewusstsein der Betreiber respektive die Zivilcourage der User/innen etwas weiter entwickelt ist. (Obgleich es – außer in geschlossenen Bereichen – kaum möglich ist, das Auftreten von notorischen oder gedungenen Störern vollständig zu unterbinden). Aber, wie ich aus eigener Erfahrung zu berichten weiß, es kann immerhin kaum noch schlimmer, sondern nur besser werden!

    @Foehnix & Magnus

    Eure Diskussion war höchst lesenswert, lässt mir aber “leider” nicht allzu viel übrig, was ich als eigene Meinung hinzufügen könnte. Nachdem ich den gesamten Meinungsaustausch gelesen habe, kann ich nur sagen, dass beiderseits schlüssige und sich im Internet-Alltag wiederspiegelnde Argumente vorgetragen wurden, gegen die man schwerlich Einwände erheben kann … außer, eventuell, dass der “Königsweg” (wie meistens) irgendwo in der Mitte liegen dürfte.

    Vom Initialfunken, also dem Kern des Ausgangsartikel her betrachtet, ist Magnus hinsichtlich der Problematik in Sachen Pseudonym und in Bezug auf die Art und Weise, wie die damit verbundene Scheinanonymität von vielen Diskussionszerstörern oder gewohnheitsmäßigen (nicht selten auch bezahlten) Trollen eingesetzt wird, sicherlich zuzustimmen. Ansonsten ist es aber auch richtig, dass Pseudonyme häufig auch in unterschiedlichster Weise eine reelle (teilweise ebenfalls Pseudo-) Schutzfunktion besitzen. – Was den anzuratenden Umgang mit zweifelsfrei identifizierten Trollen angeht, wurden meines Erachtens alle sinnvollen und gangbaren Methoden angesprochen.

    Insofern, wenn ich das mal so einfallslos formulieren darf, habt Ihr – jeder von seiner individuellen Warte aus – beide Recht. Solange man die Nutzung von Pseudonymen nicht in der aufgezeigten negativen Art und Weise instrumentalisiert, ist dagegen grundsätzlich nichts einzuwenden. Auf der anderen Seite ist die “Öffentlichkeit” von Diskussionsteilnehmern aber auch wichtig – zumindest unter Menschen, die sich aus echtem Interesse an den jeweiligen Themen an ernsthaften Diskussionen beteiligen und daraus eventuell sogar praktikable Alternativen und/oder Problemlösungen ableiten möchten …
    Für aktive Schreibende oder schreibende Aktivisten ist die Aufgabe der ohnehin eher einem Placeboschutz gleichenden Anonymität meiner Ansicht nach sogar unumgänglich. – Wer etwas bewegen oder gar zum Besseren verändern möchte, sollte das schon mit seinem realen Namen tun und damit belegen, dass er zu dem steht, was er anderen Menschen nahezubringen versucht – und nebenbei auch nichts zu verbergen hat (was sich am besten beweisen lässt, wenn man zusätzlich zum schriftlichen Gedankenaustausch auch noch die Möglichkeit zu persönlicheren Kontakten anbietet/nutzt!).

    Man sieht also, um das Ganze ein wenig abzukürzen, dass es letztlich immer darauf ankommt, mit welchen Intentionen und Zielsetzungen man sich im Internet bewegt … doch da das Betreiben eigener Blogs oder Seiten unbestreitbar auch etwas mit zweckorientierter Publizistik zu tun hat, sollte man sich auch ohne Wenn und Aber für das Auftreten als reale Person entscheiden. (Auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel!)

    Allerdings … es gibt hin und wieder jedoch Fälle, in denen ein Pseudonym auch zum Schutz der angestrebten Diskussionen und daran beteiligten Menschen eingesetzt wird … eine Variante, die – wenn ich es nicht überlesen habe – in Eurer Diskussion nicht angesprochen wurde. – Erklären möchte ich diesen letzten Einwurf und meine einzige reelle Ergänzung der Diskussion so, dass mancher sein ungetarntes Auftreten dank des/der einen oder anderen hetzenden User/in schon bereut und unliebsame Bekanntschaft mit der diffamierenden und manchmal sogar anhaltend rufschädigenden Wirkung von gezieltem Internetmobbing machen musste … danach bleiben einer solchen Person eigentlich nur zwei Möglichkeiten:

    entweder sie isoliert sich und mauert sich auf der eigenen Webpräsenz ein (was damit gleichzusetzen ist, dass sie sich jeder zielführenden Diskussion entziehen und meistens auch die eigenen Ziele aufgeben muss!) –

    oder sie verwendet ein Pseudonym, um einerseits weiterhin den aktiven und kooperativen Austausch mit anderen selbst, frei und ungebunden denkenden Menschen fortführen (und eventuell auch die eigenen Ideale weiterhin aktiv vertreten) zu können, ohne andererseits die Diskussionen durch ihre “angeknackste Reputation” zu gefährden …

    Auch das ist ein Grund, warum man das Thema “Klarname oder Pseudonym” nicht zu einem alle Seiten überzeugenden und befriedigenden Ende führen kann … nur wenn man alle gravierenden Gründe, welche die Verfechter der – in einer nicht mit unlauteren oder einfach destruktiven Hintergedanken verbundenen, aktiv betriebenen Internetnutzung – nur vermeintlich gegensätzlichen Ansichten anführen, beachtet und respektiert, kann man ein vernünftiges Miteinander finden, nutzen und kontinuierlich ausbauen.

    Ich hoffe, das war jetzt nicht zu konfus … aber ich denke, mit “etwas gutem Willen” wird man entschlüsseln können, was ich zum Ausdruck zu bringen versuchte!?

    Falls nicht … im Laufe des Wochenendes hoffe ich noch einmal vorbeischauen zu können. Sollten meine Ausführungen irgendwelche Unklarheiten bedingt haben, bitte ich um eine entsprechende Anfrage, die ich beim nächsten Mal gerne zu beantworten versuchen werde.

    In diesem Sinne
    Grüße

    Adalbert

  17. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Adalbert

    Danke!

    Den Aspekt, dass jemand sich einen Nick nicht vor Angst vor einem eventuellen Arbeit- oder Auftraggeber zulegt, sondern schlicht um in einer Runde noch weiter teilnehemen zu können, da sein Klarname übers Maß beschädigt wurde, es daher untragbar bzw. wenig sinnfällig wäre, unter diesem weiterzumachen, hatten wir in der Tat noch nicht berücksichtigt.

    Wie Du sagtest: Foehnix hat in Vielem recht und seine Ansichten ja auch sehr gut ausgeführt.

    Ich will jetzt noch einen Spaß einstreuen und gebe hiermit die Gründung der Bewegung der “Klarnamenritter” (“Ritter” klingt ja immer noch so ein bisschen nach Adel) bekannt.

    Auf Englisch dann “Knights of Real Names”, Französisch “Chevaliers de Noms Reels” (hoffentlich ist mein Spätfränkisch hier korrekt, wenn nicht, bitte Berichtigung), Spanisch “Caballeros de los Nombres Verdaderos” usw.

    Ich bitte um Übertragungen ins Japanische “Samurai…”, Finnische “Haikokukonen…” (das war jetzt ganz ohne Plan) usw. usw.

    Vielleicht wird die Bewegung ja dadurch attraktiv, dass sie sich insgesamt eine Art Don Quijotesken Anstrich gibt, einen halbtraurig-lächerlich heroischen, derer, die ihrer Dulcinea, der Schönen aus dem Dorfe Wahrhaftigkeit, zu gefallen über die endlosen, von Wegelagerern übersäten Felder dieser weiten Welt reiten, durch Wälder voller Strauchdiebe und arglistiger Zwerge, in dieser Zeit der namenlosen Maulhelden.

    Heute schaffe ich es ob notwendiger Reisevorbereitungen nach la Mancha (sozusagen) vielleicht nicht mehr, die eigentliche Gründungssatire dazu zu verfassen, aber immerhin juckt es mich schon in den Fingern.

    Herzliche Grüße

    Magnus

  18. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Alle

    Der Klarnamenritterorden ist gegründet.

    Die hehre Aufgabe duldete keinen weiteren Aufschub.

    Siehe dorten unter “Die Klarnamenritter”.

    Morgen reitet der Ritter von der Narbigen Gestalt mit seinen zweien selbstgezeugten, nicht immer vorbildlich gehorsamen Knappen mit wechselnden Riesenstahlrosinanten an die Ostsee.

    Auch dort mag es Abenteuer zu bestehen geben.

  19. Adalbert Naumann sagt:

    Hallo Magnus,

    schön, dass ich so doch noch etwas Konstruktives beitragen konnte, auch wenn der vorangegangene Diskurs schon sehr interessant gewesen war und die meisten Aspekte umfassend abgedeckt hatte.

    Und ja, die Idee hinsichtlich einer Bewegung mit dem Namen “Klarnamenritter” hat schon was! Gerne werde ich mir bei Gelegenheit das geplante Grundsatzwerk zu Gemüte führen und darüber hinaus auch schauen, ob ich zu gegebener Zeit selbst auch etwas beisteuern kann.

    Für den Moment (und hoffentlich nicht zu spät) möchte ich Dir und Deinen Lieben erst einmal einen schönen und erholsamen Urlaub wünschen. Im Anschluss daran sieht und liest man sich bestimmt wieder!

    Herzliche Grüße retour

    Adalbert

  20. Adalbert Naumann sagt:

    P.S.:

    … das kommt davon, wenn man seine Seiten nicht regelmäßig aktualisiert und dann blind drauflos kommentiert … natürlich werde ich mir die Gründungsschrift jetzt augenblicklich einverleiben …

    Nochmals schönen Urlaub und bis die Tage

    Adalbert

  21. Foehnix sagt:

    Noch was zum Thema:
    “Wer weiß denn schon, ob der Klarname wirklich echt ist?”

    http://www.n-tv.de/technik/Facebook-Freundin-ist-Spionin-article1191496.html

    Genau das hatte ich gemeint. Das Beispiel zeigt, wie hochgebildete Leute und renommierte Weltfirmen reihenweise der Klarnamen-Chimäre auf den Leim gehen.

    Was sagen Klarnamen also aus? Genauso viel wie Pseudonyme: Nichts!

  22. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Foehnix

    Habe den Artikel mal überflogen: Die waren alle so blöde, Vertrauliches zu erzählen, ohne auch nur eine Person je direkt kennen gelernt zu haben. Das ist doof.

    Klarnamen sind beileibe kein Allheilmittel und auch damit kann Schindluder getrieben werden; dabei setze ich darauf, dass sich Mechanismen finden lassen, hierzu ein größeres Problembewusstsein zu schaffen, gerade dann, wenn sich hier aus Gründen der gelebten Zivilcourage, des Erhalts von Netzfreiheit, eine größere Bewegung bilden könnte, halte durchaus für möglich und halte diese Option für einen guten Weg für viele; vielleicht bewegt sich da vorderhand nicht viel; dann hagelt es natürlich auch ein wenig Spott; was soll’s.

    (Der Satz ist ein bisschen pleonastisch und erschwurbelt geraten, aber ich lasse ihn einfach mal so stehen, weil heute Sonntag ist.)

    Ich bin jedenfalls intuitiv sicher, dass eine solche Bewegung Veränderungen mit sich bringen könnte, die wir gruppendynamisch noch gar nicht wagen dürfen, gänzlich abschätzen vermeinen zu können.

    Vielleicht ist das ja Traumtänzerei.

    Doch hat sich aus meiner Sicht hier – wenn man dann noch den damit verwobenen Nachbarstrang anschaut – eine rege Diskussion ergeben, obwohl das Thema wie längst zuende gekaut erscheinen musste: das war es so dann nicht.

    Ich glaube erst dann daran, dass die Idee einer Klarnamenbewegung eine unrealistische, etwas betüttelte oder bescheuerte, gar idiotische sei, wenn mir dies als sehr klar erwiesen erscheint.

    Grüße

  23. Foehnix sagt:

    Vielleicht ist bei dem Wunsch der edlen Klarnamenritter auch eine gehörige Portion Nostalgie dabei. Früher war ja bekanntlich alles besser. Ich kann mich noch dunkel erinnern, damals traf man Menschen auch noch im realen Leben und die kannte man wirklich oder man kannte jemanden, der sie kennt oder man konnte sich eine Visitenkarte geben lassen oder sogar den Ausweis zeigen lassen. So entstanden echte soziale Netzwerke – die Avatar-Massen, die heute diese Bezeichnung tragen, verdienen es eigentlich gar nicht, so genannt zu werden. Twitter-Profis werben z.B. für Konzepte, mit denen man in paar Wochen Tausende von “Freunden” gewinnt, da fehlt einfach jede Parallele zum nicht-virtuellen Leben. Trotzdem drängt uns der “Zeitgeist” immer mehr zur Teilnahme an der digitalen Welt und er zwingt uns damit auch zur Revision herkömmlicher Konzepte. Beispiel Contentindustrie: die können noch so auf die Tränendrüse drücken oder mit juristischer Verfolgung drohen, das ändert nichts daran, dass sich die technische Möglichkeiten grundlegend verändert haben. Über kurz oder lang werden sie neue, Konzepte erfinden müssen, die sich nicht mehr an den Realitäten vorbei lügen, sondern ihnen ins Auge sehen und die kreative neue Wege beschreiten. Genauso wird es auch für Diskussionen ausgefeiltere technische Vorrichtungen geben, die den Trollen das Leben schwer machen. Eine ganz interessante Einrichtung fand ich z.B. kürzlich irgendwo bei Yahoo. Dort konnte man Kommentare bewerten (Daumen hoch/runter) und die ungewöhnlich miesen Beiträge wurden ausgeblendet (jedoch nicht gelöscht). Noch nicht perfekt, aber ein Ansatz…

  24. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Foehnix

    Eine obligatorische Forumsanmeldung mit Klarnamen hätte immerhin den Vorteil, dass man jemanden schonmal entlang des Geschriebenen kennen lernen könnte, je nach gewünschtem Tempo auch in Ebriefkontakt käme, zum Telfon griffe oder sich bei Gelegenheit auch bald mal wirklich träfe.

    Sehr schnell, so kann ich mir das auch vorstellen, ergäben sich auch Grüppchen von Leuten, die sich einfach mal zu Fünft sehen wollen, vielleicht sogar ein bereits im Netz angesprochenes Projekt oder eine Veranstaltung realiter zu planen oder anzuschieben.

    Jedenfalls wird es sehr viel schneller im positiven Sinne “menscheln” können, wenn sich reale Personen gegenübertreten.

    Selbstverständlich muss das Ganze auch nicht unter dem Signet “Die Klarnamenritter” in Gang kommen: mag ja Manchem etwas zu altverstaubt und quijotesk klingen, sei es auch knapp und griffig.

    Ich freue mich auf bessere Namen.

  25. Foehnix sagt:

    @ Magnus Wolf Göller

    Eine obligatorische Forumsanmeldung (und zwar egal, ob mit oder ohne Klarnamen) würde v.a. auch die wahllose Verwendung beliebiger Namen (Klarnamen wie auch Pseudonyme) zumindest deutlich erschweren. Das würde auch die Arbeit der Administratoren erleichtern; die können so z.B. notorische Störenfriede leichter identifizieren und ermahnen oder ggf. verbannen. Gute Foren bieten da ja bereits viele Möglichkeiten. Anders sieht es bei den meisten Blogs aus.

    Allerdings habe ich keine Lust, mich in Dutzenden von Blogs, Foren und Netzwerken mit meinen ganzen persönlichen Daten anzumelden. Datensparsamkeit wird ja immer wichtiger, deshalb warte ich schon lange darauf, dass sich OpenID endlich durchsetzt. Außerdem würde ich mir einen vertrauenswürdigen OpenID-Provider wünschen, vielleicht den CCC oder so. Dort wären dann unsere persönlichen Daten relativ sicher gespeichert und mit dem Account könnte man sich in Blogs/Foren anmelden, ohne dass man jedem seine Daten geben muss.

    OAuth mit Twitter-Account zeigt bereits, wie einfach das Anmelden sein kann. Auf Seiten von Drittanbietern klickt man z.B. auf “Login via Twitter OAuth”, dann wird man auf ein Twitter-Popup geführt, wo man die Authentifizierungen mit einem Klick bestätigt und schon ist man auf der Drittanbieter-Seite angemeldet – mit nur zwei Mausklicks. Allerdings scheint OpenID hier sicherer zu sein, da es speziell für Identitätsmanagement konzipiert wurde.
    http://www.heise.de/developer/artikel/Identity-Management-Authentifizierungsdienste-mit-OpenID-227202.html
    http://www.heise.de/developer/artikel/Autorisierungsdienste-mit-OAuth-845382.html

  26. Exorbitante Neuverschuldung sagt:

    @Magnus

    Das meinte ich mit verpassen. Diese Diskussion hier habe ich erst jetzt gelesen, da sie zu weit hinten war.

    Somit habe ich auch die Gründung der Bewegung mit dem Namen “Klarnamenritter” verpasst. Ist aber meiner nicht ganz unüblich, denn ich habe sogar fast meine eigene Geburt damals verpasst.
    Sie mussten mich schneiden raus, weil ich nicht den Weg aus der Scheide raus wollte. Ich mag eben die Enge nicht. Brauche Platz um mich frei zu fühlen und daran hat sich bis heute nichts geändert.

    “je nach gewünschtem Tempo auch in Ebriefkontakt käme”

    Das habe ich schon mehrmals mit Dir versucht, leider warte ich auf Deine Antwort auf diesem Wege immer noch. Nur um mal Klartext zu reden.

    Mit dem Adalbert Naumann habe ich schon mehrmals telefoniert, obwohl ich nicht gerne telefoniere. Ich schreibe lieber oder treffe mich lieber persönlich mit jemand.

    Werde ich in den Orden der Klarnamenritter aufgenommen? Muss man dafür eine besondere Prüfung ablegen?

    Einen anderen Namen fände ich für das Klarnamenforum bzw. diese Gruppierung aber besser. So was wie “Wir sind echt!” oder “Echtzeitlose”.

    Viele Grüße E.N. aka K.J.M.

Eine Antwort hinterlassen