Netzpolitik Punkt Knork

Vor ein paar Monaten meinte ein recht bekannter, doch mäßig erfolgreicher Verleger, der einzige deutsche Blog von wirklicher Relevanz sei netzpolitik.org.

Nicht dass mich das sonderlich getroffen hätte, denn der Herr schreibt selbst meist mäßig, mitunter auch passabel bis bestenfalls mal gut oder auch leider schlecht; aber seine Haltung ist eine aus naheliegenden Gründen im Wortsinne verbreitete.

In der Tat sind viele Blogs langweilig oder auch stümperhaft.

Aber es ist eben auch eine Schafsmedienkampagne, Blogs generell als das Schrebergartengefasel mehr oder weniger minderbemittelter Geltungssüchtiger hinzustellen: aus naheliegenden Gründen.

Was sprachlich Formales betrifft, mag dies ja im Schnitt durchaus noch angehen; der normale Blogger mag ein Rechtschreibprogramm einsetzen, hat aber eben doch keinen alten Hasen als Chef vom Dienst, der die Texte vor Veröffentlichung noch einmal entastet und schleift.

Dummerweise aber gibt es auf manchen Blogs eben das zu lesen, was der Chef vom Dienst oder der Chefredakteur garantiert mitwegsägte, käme der festangestellte Schafsmedienjounalist überhaupt auf Gedanken und Idee, zumal Mut, sich mit Unerwünschtem aus dem Fenster zu lehnen.

Da liegt der Hase im Pfeffer.

Ansonsten: Ich bin kein regelmäßiger Leser von “netzpolitik.org.”

Jetzt machen wir um 1.25 Uhr mal die Probe aufs Exempel, was da aktuell steht:

“Constanze Kurz vom CCC hat in ihrer FAZ-Kolumne die 14 Thesen von Thomas de Maiziere kommentiert: Zukunft entsteht nicht im Technikmuseum.

Es bleiben zwei wichtige Erkenntnisse. Zum einen ist die Zeit der technischen Missverständnisse und der Politiker-Netzalphabetisierung vorbei, nun geht es um politische Grundüberzeugungen. Zum anderen werden die Details der Umsetzung der verschiedenen Vorschläge den Unterschied zwischen zahnlos-irrelevantem Lippenbekenntnis und tatsächlicher Verbesserung der Situation ausmachen. Hier wird sich ein großer Teil künftiger Auseinandersetzungen abspielen.”

Sodann, um das Zitierrecht hier nicht überzustrapazieren:

“Malte Spitz vom Bundesvorstand der Grünen hat eigene “10 Thesen zur aktuellen netzpolitischen Diskussion” veröffentlicht:

Die Komplexität und Flexibilität des Internets und die rasante technische Entwicklung stehen starren politischen Strukturen gegenüber. Die meisten politischen Entscheidungsprozesse sind nicht auf die Taktzahl der technischen Entwicklung und die permanent neuen Herausforderungen des Internets eingestellt. Das ist bedauerlich, …”

Nun, das ist für mich das übliche, längst bekannte Gelaber, das mich nicht die Bohne interessiert.

Aber vielleicht ist die Seite sonst ja interessanter…

Nein: Netzpolitik, das bin ich.

Netzpolitik sind alle, die im Netz nicht nur vom Netz reden, sondern das Netz nutzen, um über die Dinge zu reden, von den Sachen zu berichten, die in den Schafsmedien nicht vorkommen.

Ansonsten gibt es entweder Meinungsfreiheit und Urheberrecht oder eben zu Rechten andere Modelle nach Wahl, oder das Ding wird umfangreich zensiert oder gleich ganz abgeschaltet.

So einfach ist die Sache im Grunde.

Dass ein Blog, der sich mit erfundenen Städten zwecks Kriegspropaganda (Marjeh in Afghanistan), Quecksilber und anderen Köstlichkeiten wie Squalen in Impfstoffen gegen aufgeblasene WHO-Schweinescheißengrippe, Klimaverdrömselungslügen, Rheinwiesentoten, Corexit und anderen Unappetitlichkeiten mehr befasst, aber auch positiv Zeitgeistigem, als mit den Regulierungsprojekten im Netz, die letztlich genau diese und ähnliche Beiträge zwar nicht allein, aber mit Sicherheit auch im Visier haben dürften, unter welchem Deckmäntelchen auch immer, mehr befasst als mit dem Geschwätz von Grünen, FDP und Piraten, als weniger relevant für die Republik dargestellt wird, etwas hinterwälderisch-behindert, verwundert zumindest den Autoren dieser Zeilen nicht sonderlich.

Vielleicht lese ich ja wirklich mal öfter in “netzpolitik.org” herum, um dass ich herausfinden möge, wie man relevant “bloggt”.

Wie ich mich kenne, werde ich das aber weiterhin eher selten oder gar nicht oder erst auf dringenden Hinweis tun.

Ansonsten lese ich lieber das hier, so wie die restliche Elite des Landes.

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2 Antworten zu “Netzpolitik Punkt Knork”

  1. Laminat sagt:

    Zitat:

    “Netzpolitik sind alle, die im Netz nicht nur vom Netz reden, sondern das Netz nutzen, um über die Dinge zu reden, von den Sachen zu berichten, die in den Schafsmedien nicht vorkommen.”

    Für Schafsmedien kann man auch IWF und Weltbank Diktatorenregime nehmen. Oder auch Parteieinflussnahmeverordnungsunddiktaturgehirnwäscheklammer nehmen.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Laminat

    Mit diesem Artikel habe ich mir vielleicht wieder einmal nicht gar so viele Freunde gemacht, aber wer weiß?

    Möglicherweise eben doch die richtigen.

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