Massenmord auf den Rheinwiesen

Um diese Jahreszeit vor 65 Jahren, in einem bitterkalten und feuchten Frühling, verreckten hunderttausende deutsche Kriegsgefangene, schutzlos, ohne Nahrung, unter freiem Himmel auf den Rheinwiesen, weil der Oberbefehlshaber der US-Armee in Europa, der Kriegsheld, der spätere US-Präsident Eisenhower, dies so wollte.

Noch nicht einmal ein winziges Gedenktäfelchen in der Größe eines Mobiltelefons erinnert meines Wissens irgendwo öffentlich an die Opfer dieses gigantischen Massenmordes; und wir können davon ausgehen, dass die wenigen Geschichtslehrer an deutschen Schulen, die überhaupt davon wissen (wollen), es nicht wagen werden, ihren Schülern davon zu erzählen.

Von den Greueln in sowjetischen Lagern wurde viel erzählt; kein Wunder, wurde die Sowjetunion ja auch bald zum neuen Feind der Westalliierten; sehr wahrscheinlich aber sind in den Jahren der Kriegsgefangenschaft im Osten, die sich teils bis 1955 zog, weniger Gefangene elend umgekommen als in den auf US-amerikanisch befreiten Wochen auf den Rheinwiesen.

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4 Antworten zu “Massenmord auf den Rheinwiesen”

  1. Hans-Georg Huber sagt:

    Die Zahl der Vermißten seit Kriegsende beträgt etwa 1.200.000 Millionen deutsche Menschen. Den Hinweis auf die Rheinwiesen-Kriegsverbrechen habe ich bezeichnender Weise auf einer polnischen website gefunden, die sich auch engagiert mit den Massengräbern deutscher Zivilisten im heute polnischen Osten befaßt.
    Es ist die polnische Jugend, die heute entsetzt nachfragt, was ihre Großeltern angerichtet haben und was da vertuscht wird.
    Im Westen? Herr Steinmeier (SPD) hatte es nicht nötig, zu der Beisetzung von mehr als 1100 Toten nach Polen zu fahren.- Etwa 200.000 Vermißte dürften im Sowjetrussischen Bereich zu suchen sein; 1.000.000 deutsche Menschen haben Eisenhower, Truman und Churchill als Völkermord zu verantworten.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Hans-Georg Huber

    In anderen Ländern darf man darüber reden – auch wenn man nicht allerorten gerne gehört wird, um es mal vornehm auszudrücken – , während man in Deutschland dafür nach wie vor mit allerlei Repressalien zu rechnen hat.

    Zensur ist noch deren mildeste Form.

  3. Georg-Egon Ritgen sagt:

    In der Gemeinde Büderich/Wesel i Westf soll es seit 1965 ein Mahnmal für die Toten unter den Kriegsgefangenen geben
    vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCderich_%28Wesel%29

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Georg-Egon Ritgen

    Immerhin!

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