Alles fressen

Ich sprach vor kurzem mit einem leitenden Redakteur einer überregionalen Zeitung (ich verrate jetzt nicht, ob es eine eher “linke” oder eher “rechte” war, aber eins von beiden traf zweifellos zu) und erklärte ihm aus gegebenem Anlass, dass ich mich angesichts der momentanen deutschen Islamdebatte immer wieder frage, wer denn dümmer sei, die “Rechten” oder die “Linken”.

Während ein Großteil der Linken sich, grob gesagt, wider alle deren vermeintliche Errungenschaften der sexuellen Befreiung, derjenigen der Frau, ihrer antipatriarchalischen Tradition gleich als wie trunken auf einmal auf die Seite solches gar nicht lebender Moslems würfen, meinte ich, ergäben sich weite Teile der Rechten unter ein keineswegs patriotisches Pro-Israel-Dach á la Wilders, Broder, “politically incorrect” und Konsorten, um unter diesem vermeintlichen Schutze (der in mancherlei Hinsicht ein tatsächlicher ist, n o c h) ihrer Abneigung gegen die Ausbreitung des Islams und der Nachgiebigkeit gegenüber dessen vermeintlichen oder tatsächlichen Dreistigkeiten Ausdruck verleihen zu können, glatt verdrängend, dass sie sich dabei vor den Karren einer zionistisch inspirierten Agenda spannen lassen, oder dies auch nur schaficht resignierend oder resigniert hinnehmend.

Es kam kein Widerspruch, der Mann schien gut informiert.

Er warnte mich lediglich also freundlich wie diskret, mit solcherlei Ansichten lieber nicht gar zu offen hervorzutreten, da bliese mir dann ja wohl der Wind von allen Seiten ins Gesicht.

Über die sogenannte Mitte hatten wir es gar nicht nötig zu reden, denn die frisst ja mit dem, was die Linke frisst, das, was die Rechte frisst, bereitwillig gleich noch mit, wahrscheinlich gar noch mehr.

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