Islambedeppere

“Christentum und Islam, möglicherweise auch das Judentum, neigen zum Fundamentalismus, wenn man sie nach eigenem Ermessen walten lässt.” – Also lässt sich Thomas Steinfeld heute unter dem Titel “Zur Kritik am Islam – Militante Propaganda” auf der Netzseite der Süddeutschen Zeitung ein.

Ein bemerkenswerter Satz.

Wieso “möglicherweise auch das Judentum”?

Ist das Judentum etwa die Religion der Dreie, die allenfalls mal “möglicherweise” zum Fundamentalismus neigt, also die am wenigsten radikale, rigide?

Das glaubt Steinfeld, vermute ich mal, wohl selbst nicht im Ernst; also muss er für seine vergleichsweise Herabsetzung des Christentums und Islams bzw. umgekehrt die Heraufsetzung des Judentums diesen gegenüber andere Gründe haben.

Hatte er etwa Angst davor, des “Antisemitismus” geziehen zu werden, wofern er es wagte, eine so erhaben tolerante Religion wie das Judentum mit derlei Pöbelreligionen wie dem Christentum und dem Islam auf eine Stufe der Fundamentalismusneigung herabzuziehen?

Ging er dabei davon aus, dass ihn deswegen kein Christ oder Moslem, schon gar kein Nichtabrahamit zu hinterfragen wagen würde, da demjenigen ja selbst der potentielle Vorwurf des “Antisemitismus” ein solches Unterfangen sicherlich austriebe?

Vielleicht war es auch nur ein bereits automatisierter Reflex, eine präventive Pawlowsche Unterwürfigkeitsgeste Steinfelds, und er dachte sich rein gar nichts dabei.

Als Christ oder Moslem ließe ich mir diese Einlassung gleichwohl nicht so einfach bieten; als Nichtabrahamit genieße ich das Privileg, über den kleinen Feuilletonisten schlichtweg herzlich lachen zu können.

P.S.: Bemerkenswert übrigens auch, dass der Islamkritikerverächter Steinfeld selbst indirekt-verstohlen meint, dass man Christentum und Islam nicht nach eigenem Ermessen walten lassen dürfe. Genau das sagen die Islamkritiker bezüglich des Islams lediglich ganz direkt.

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